Ein wichtiger Frühindikator für Chinas Konjunktur ist auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen: Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI), der die Stimmung in den Chefetagen von produzierenden Unternehmen misst, ging im September von 47,3 auf 47 Punkte zurück, wie das chinesische Wirtschaftsmagazin «Caixin» in einer vorläufigen Schätzung mitteilte.

Damit ist der Index auf den tiefsten Stand seit März 2009 gefallen. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Wert von 47,5 Punkten gerechnet. Werte über der kritischen Grenze von 50 Punkten deuten auf eine positive Stimmung in der Wirtschaft hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist. An der Börse wurde «Caixin»-Indikator mit Enttäuschung aufgenommen. Die wichtigsten Aktienindizes des Landes gaben nach.

Seit Monaten unter Druck

Im Vorfeld der überraschend schwachen Konjunkturdaten hatte Chinas Präsident Xi Jinping noch ein positives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung gezeichnet. Die Wirtschaft befinde sich in einer «ordnungsgemässen Spanne», sagte Xi während eines Staatsbesuchs in den USA vor Unternehmern in Seattle.

Die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft sei in den vergangenen Monaten unter Druck geraten. Jedoch sei das wegen der «komplexen» und «volatilen» Lage der Weltwirtschaft erwartet worden.

(awp/ise/chb)

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