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Optimismus
Studie: Tessins Zukunft sieht rosig aus

Kinder in Lugano: Die Lebenshaltungskosten im Tessin sind tiefer als nördlich der Alpen. Keystone

Das Tessin darf laut einer Studie in den nächsten Jahren mit einem soliden Wirtschaftswachstum rechnen. Vier Sektoren sind für den Südkanton besonders vielversprechend.

Veröffentlicht am 23.10.2015

Trotz Frankenstärke und einem italienischen Nachbarn in Dauerkrise: Die Tessiner Kantonsregierung sieht viele Lichtblicke bei einer am Freitag veröffentlichen Studie über die Entwicklung der kantonalen Wirtschaft in den nächsten vier Jahren. Doch es gibt auch Verbesserungspotential.

Die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses habe sich noch nicht auf die Handelsbilanz des Tessins niedergeschlagen, schreiben die Autoren der Studie, die am Freitag in Bellinzona vorgestellt wurde. Im ersten Semester 2015 habe das Tessin sogar einen kleinen Zuwachs bei der Ausfuhr von Gütern verzeichnen können.

Nicht mehr am «Abschleppseil»

Bei den Exporten aber auch bei den Arbeitslosenzahlen und der Produktivität nähere sich das Tessin weiter dem nationalen Durchschnitt an, schreibt der USI-Professor Mauro Baranzini, der die Studie verantwortete.

In einer gewissen Weise hänge die Tessiner Wirtschaft mittlerweile nicht mehr nur am «Abschleppseil» der nationalen Konjunktur. Die Löhne im Kanton seien aber weiterhin 15 Prozent niedriger als im nationalen Durchschnitt - allerdings seien auch die Lebenshaltungskosten geringfügig niedriger.

Starker Modesektor

Von vier Sektoren könnten in der Zukunft im Tessin wichtige Wachstumsimpulse ausgehen: Von den Pharma- und Medizintechnologien, der Mode, der Feinmechanik und der IT-Branche.

In zwei grossen Bereichen sehen die Autoren Herausforderungen: Kleine und mittlere Familienunternehmen im Tessin stünden vor einem Generationswechsel. Häufig komme die nachfolgende Generation für eine Übergabe nicht in Frage, so dass die in Nischenbereichen spezialisierten Unternehmen dazu gezwungen seien, sich an internationale Konzerne und Investoren zu wenden.

Hilfe für KMU

Es solle deshalb eine Hilfsstelle gegründet werden, die Familienunternehmer bei der Übergabe beraten kann, fordern die Autoren. So könnten kantonale Interessen, vor allem im Beschäftigungsbereich, gewahrt werden.

Ein weiteres Problem sehen die Autoren darin, dass die kleinen und mittleren Familienunternehmen oft Schwierigkeiten hätten, an Kredite für Innovationen zu kommen. Die Autoren schlagen deshalb vor, einen speziellen Fonds auf kantonaler Ebene einzurichten, der den KMU bei Innovationsprojekten unter die Arme greift.

(sda/mbü/hon)

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