Sommerferien in Italien oder doch lieber in den Schweizer Bergen? Viele Schweizer werden dieses Jahr wohl im eigenen Land Urlaub machen – zu gross ist die Unsicherheit, wie sicher das Reisen angesichts der Corona-Pandemie ist oder wohin man überhaupt reisen kann.

Die Schweizer Tourismusbranche wird sich über mehr heimische Besucher freuen, doch was ist mit den Gästen aus dem Ausland? Auch auf diese sind die Hoteliers angewiesen, allerdings mit Unterschieden je nach Region: Graubünden, die Ostschweiz, das Wallis und das Tessin hängen weniger stark vom Auslandstourismus ab. Umso beliebter sind diese Regionen dafür bei Schweizer Touristen.

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Im März ist der Tourismus hierzulande um rund 60 Prozent eingebrochen: 1,3 Millionen Logiernächte zählten die Schweizer Hotels, vor einem Jahr waren es 3,4 Millionen. Am stärksten litten die Hoteliers in Genf mit fast 70 Prozent weniger Übernachtungen. Am wenigsten waren Unterkünfte in der Ostschweiz betroffen, wobei die Zahl der Übernachtungen auch dort um die Hälfte zurückging. 

Graubünden und Tessin am beliebtesten

Während viele ausländische Touristen bevorzugt Schweizer Städte besuchen, zieht es die Schweizer in die Berge, vor allem nach Graubünden und ins Tessin. Bei internationalen Besuchern stehen Zürich, das Berner Oberland, Luzern/Vierwaldstättersee und Genf hoch im Kurs – vor allem bei Gästen aus Asien.

Doch diese werden der Schweiz aufgrund internationaler Reisebeschränkungen in diesem Jahr fern bleiben. Darunter werden insbesondere jene Ferienregionen leiden, die traditionell vor allem ausländische Touristen anziehen, resümieren die Experten der Credit Suisse in einer Analyse. Basel, Zürich und Genf sind sehr abhängig von internationalen Gästen, in der Ostschweiz, Graubünden und dem Tessin machten sie in der Vergangenheit noch nicht einmal die Hälfte aus. 

Wie geht es weiter?

Nach Einschätzung der CS dürften die Bergregionen von den inländischen Besuchern profitieren. Dies bestätige auch die gestiegene Suche nach Schweizer Hotels auf entsprechenden Internet-Plattformen: Seit Mitte April suchen Schweizerinnen und Schweizer doppelt so häufig nach Hotels im Inland wie vor einem Jahr. Besonders beliebt dabei: Die Walliser Genferseeregion. Das Interesse am Tessin hingegen sei gesunken. 

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Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist die Schweiz zwar nicht abhängig vom Tourismus, doch viele Bergregionen leben vom Fremdenverkehr. Und da sie ohnehin weniger auf ausländische Besucher angewiesen sind, hoffen sie nun auf zusätzliche Gäste aus der Schweiz.