Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist seit Monaten äussert aktiv auf den Devisenmarkt. Sie kauft für Unsummen Euro und andere Währungen, um eine Aufwertung des Franken zu verhindern.

Diese Interventionen könnten die Schweiz nun Spannungen mit den USA bescheren: Das US-Finanzministerium wird die Schweiz nach Einschätzung der UBS in Kürze als Währungsmanipulator einstufen, wie die Bank in einer aktuellen Analyse schreibt.

Das Treasury Departement untersucht halbjährlich, ob sich ihre 20 wichtigsten Handelspartner unfair verhalten. Jetzt dürfte die Schweiz auf der schwarzen Liste landen: Sie verfügt aktuell über einen hohen Leistungsbilanzüberschüss sowie einen beträchtlichen Handelsüberschuss gegenüber den USA. Und die SNB intervenierte massiv im Devisenmarkt.

Im Januar erfüllte die Schweiz bereits zwei von drei Kriterien – und steht seitdem unter «Beobachtung» der Behörde in Washington.

Die Schweiz ist auf US-Goodwill angewiesen

Die UBS hält eine solche Brandmarkung  der Schweiz nicht für gerechtfertigt. Es gebe «gute Gründe, wieso sie ihre Währung nicht zum Schaden der USA manipuliert», heisst es in der Analyse. Nun hänge es vom «diplomatischen Geschick der Schweizer Behörden und vom Goodwill der USA ab», ob das bilaterale Verhältnis leiden wird.

Beruhigend ist ein Blick in die Vergangenheit: Die Schweiz galt für die USA bereits einmal als Währungsmanipulator  – und hatte in dieser Zeit von 2016 bis 2019 dennoch ein gutes Verhältnis zur Supermacht.

Problematisch wäre ein Status als Währungsmanipulator aber dennoch, glaubt die Bank: Ein Platz der Schweiz auf der «schwarzen Liste» dürfte Zweifel darüber schüren, wie sich die Schweizerische Nationalbank künftig verhalten wird – was wiederum stärkere Schwankungen in den Währungskursen Franken/Euro und Franken/Dollar auslösen würde.

(mbü)