Die US-Finanzmarktaufseher wollen den umstrittenen Hochfrequenzhandel stärker überwachen. Die Derivate-Aufsicht CFTC schlug am Dienstag deshalb neue Regeln vor, um Störungen an den Future-Märkten durch automatisierte Handelssysteme zu begrenzen. Die Vorschriften sehen unter anderen Risikokontrollen und Schutzmassnahmen vor, wie die CFTC mitteilte.

Automatisierte Handelssysteme, die bei ihren Wertpapierorders Algorithmen folgen, gehören an den Börse mittlerweile zum Alltag. Fachleute warnen allerdings vor dem grossen Einfluss dieser Systeme. Bricht Panik an den Märkten aus, kann der Hochfrequenzhandel ausser Kontrolle geraten und Kursbewegungen kräftig beschleunigen. Mittlerweile sollen rund 70 Prozent des Future-Handels über automatisierte Handelssysteme laufen.

Händler müssen sich registrieren

Die CFTC reguliert die Optionen- und Futures-Märkte in den USA. Unter anderem steht mit der Chicagoer Börse CME der weltgrösste Handelsplatz für Rohstoffe unter ihrer Aufsicht. Mit den neuen Vorschriften will die Derivate-Aufsicht nun die Kursschwankungen eindämmen, die Hochfrequenzhändlern angelastet werden. So müssen sich Eigenhändler künftig bei der Aufsicht registrieren, um sicherzustellen, dass Kontrollen künftig greifen. Turbo-Händler, die oft zigmillionen Aufträge pro Tag erteilen, müssen demnach Prüfern ihre Programme dokumentieren. Börsenbetreiber wie die CME und Intercontinental Exchange müssen das Volumen der Orders beschränken und die Mitglieder verstärkt prüfen.

Der Hochfrequenzhandel lebt vor allem davon, dass durch blitzschnelle Käufe und Verkäufe minimalste Preisunterschiede ausgenutzt werden. Das erzeugt ein extrem hohes Volumen an Aufträgen im Vergleich zum herkömmlichen Handel. Der zielte noch darauf ab, Wertpapiere länger in den Depots zu halten.

(reuters/mbü)