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Karriere
Diese Details entscheiden, ob Sie einen Job bekommen

Es gibt überraschend viele Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob Sie einen Job bekommen. Einige davon registriert der Arbeitgeber unterbewusst. Auf diese Dinge sollten Sie achten.

Von Stefan Lupberger («Business Insider Deutschland»)
am 25.04.2016

Ob jemand die notwendigen Qualifikationen für einen Job mitbringen, entscheiden Personaler anhand des Lebenlaufs. Ob Sie optimal in das Unternehmen passen, anhand des Vorstellungsgesprächs. Als Bewerber nehmen Sie das persönliche Kennenlernen natürlich sehr ernst — pünktlich zum Gespräch zu erscheinen, sich tadellos zu kleiden und sich Mühe zu geben, jede Frage intelligent zu beantworten, ist selbstverständlich.

Doch es geht um deutlich mehr als nur das. Denn es gibt überraschend viele weitere Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob Sie den Job nun bekommen oder eben nicht. Einige davon laufen sogar unterbewusst ab und beeinflussen Ihr Gegenüber — ohne dass er oder Sie es steuern könnt.  Daher sollten Sie beim nächsten Vorstellungsgespräch vor allem auf die folgenden Dinge achten:

Wann das Vorstellungsgespräch stattfindet

Wie Glassdoor berichtet, ist dienstags um 10:30 Uhr die beste Zeit für ein Vorstellungsgespräch.  Der Bericht zeigt, dass Menschen dienstags am produktivsten sind und sich zu dieser Zeit (noch) nicht gehetzt fühlen. Ausserdem ist der Termin spät genug, damit Ihr Gegenüber davor in Ruhe seine E-Mails checken, einen Kaffee trinken und sich auf Ihre Ankunft vorbereiten konnte. 

Falls Sie keinen Termin um diese Uhrzeit bekommt, sollten Sie umindest darauf achten, dass Ihr Gespräch nicht am Ende des Arbeitstags stattfindet. Sonst ist die Gefahr gross, dass Sie nicht mehr die volle Aufmerksamkeit des Personalers bekommen und dieser stattdessen bereits über das Abendessen, seine Kinder oder ähnliches nachdenkt. Vermeidet auch Zeiten kurz vor oder nach dem Mittagessen. Sie könnten sonst eilig abgefertigt werden oder müssen möglicherweise länger warten.

Das Wetter am Tag des Vorstellungsgesprächs

Die Forscher Donald Redelmeier und Simon D. Baxter von der University of Toronto haben herausgefunden, dass Bewerber für ein Medizinstudium bei einem Zulassungsgespräch an regnerischen Tagen schlechtere Chancen haben, als an sonnigen Tagen.

Bei den Zulassungsgesprächen für das Medizinstudium an der kanadischen Hochschule wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren rund 3'000 Bewerber von ihren Interviewern mit Noten bewertet. Die Ergebnisse wurden dann mit den Wetterdaten der entsprechenden Tage abgeglichen. Heraus kam: Bewerber mit einem Vorstellungsgespräch an regnerischen Tagen erhielten durchschnittlich eine um etwa 10 Prozent schlechtere Gesamtnote.

Wie früh Sie erscheinen

Vielleicht denken Sie sich, je früher, desto besser. Wenn Sie aber viel zu früh dran sind, verringern Sie womöglich Ihre Chancen. Darauf weist die Arbeitsplatz-Expertin und Autorin Lynn Taylor in ihrem Buch «Tame Your Terrible Office Tyrant» hin.

Taylor sagt: «Natürlich ist es besser, einige Minuten zu früh zu erscheinen, als zu spät. Aber Sie sollten keine halbe Stunde vor dem Interview kommen. Das kann Sie ängstlich wirken lassen oder Druck auf den Interviewer ausüben. Sammeln Sie stattdessen Ihre Gedanken im Auto oder bei einem kurzen Spaziergang, wenn Sie deutlich zu früh dran sein sollten.»

Ob die Mitbewerber am gleichen Tag ihre Vorstellungsgespräche haben

Es wird schwierig sein, herauszufinden, wann Ihre Mitbewerber ihr Vorstellungsgespräch haben. Sollten Sie es aber wissen, versuchen Sie Ihren Termin nicht auf den gleichen Tag zu legen. Studien belegen, dass die Einschätzung zur Qualifikation eines Bewerbers stark von seinen Konkurrenten abhängt. 

Laut einer Studie in der Fachzeitschrift «Psychological Science» gilt: «Menschen sind nicht bereit, zu viele Bewerber an einem Tag gut oder schlecht zu bewerten. Dadurch kommen Kandidaten, die sich an Tagen mit besonders guten Bewerbern vorstellen, schnell schlechter weg.» Dieser unmittelbare Vergleich findet aber nur innerhalb eines Tages statt — Sie werden also nicht mit den Bewerbern des Vortages oder des Tages danach verglichen.

Ob Sie sich stark fühlen

Es kommt nicht nur darauf an, kompetent und zuversichtlich zu sein, sondern auch so zu wirken. Denken Sie, Sie können andere beeinflussen? Wenn nicht, empfiehlt die Harvard-Professorin Amy Cuddy, vor dem Interview für zwei Minuten eine sogenannte Power-Pose einzunehmen. Das können Sie im Aufzug oder vor dem Spiegel im Bad machen. 

Laut der Professorin steigert eine solche Körperhaltung die Fähigkeit zu abstraktem Denken, erhöht die Schmerzgrenze, die Risikobereitschaft und die Testosteronproduktion. Eine starke Ausstrahlung macht durchsetzungsfähiger, Sie können mit Kritik besser umgehen und Ihre Aussagen werden fesselnder und enthusiastischer. Kurz: Sie werden zu einem Überflieger.

Was tun Sie, während Sie am Empfang warten

«Am Telefon, mit Essen oder einem Kaffee in der Hand — das ist nicht der erste Eindruck, den Sie beim Personaler oder der Empfangsdame hinterlassen wollen», sagt die Expertin Lynn Taylor. «Sie wissen nie genau, wann Ihr Gesprächspartner auftaucht, also seien Sie jederzeit bereit.»

Sie empfiehlt, stets eine Hand frei zu halten, um dem Gegenüber schnell die Hand geben zu können, ohne die Unterlagen erst auf dem Boden ablegen zu müssen. So kommt man organisiert und aufmerksam rüber. «Sprechen Sie ausserdem während der Wartezeit mit der Empfangsdame (wenn sie nicht gerade sehr beschäftigt ist), sehen Sie die Notizen in eurem Notizbuch oder ausliegende Broschüren zu dem Unternehmen durch. Lächeln Sie freundlich und treten Sie optimistisch auf.»

Der Handschlag

Ein schwacher, zögerlicher Handschlag vermittle einen Mangel an Selbstvertrauen, sagt Taylor. «Und diese Geste ist ein Hauptbestandteil des ersten Eindrucks.»

Zeigen Sie Selbstbewusstsein mit einem festen Händedruck und einem Lächeln und zögern Sie nicht, als erster die Hand auszustrecken. «Manche übertreiben es allerdings auch. Man muss keine Verletzung verursachen, um seine Selbstsicherheit zum Ausdruck zu bringen.»

Ob Sie den angebotenen Kaffee annehmen

Wenn Ihnen ein Kaffee angeboten wird, lehnen Sie lieber dankend ab. Ihr Gegenüber möchte keine zehn Minuten damit verschwenden, einen Kaffee zu machen, sagen die Autoren John B. Molidor und Barbara Parus in ihrem Buch «Crazy Good Interviewing: How Acting A Little Crazy Can Get You The Job».

Das trifft insbesondere zu, wenn der Mitarbeiter noch einen langen, vollgepackten Tag mit engem Zeitplan vor sich hat. Dadurch, dass sie Ihnen einen Kaffee machen müssen, verlieren sie nur noch mehr Zeit.

Ob Sie einen Blick auf eure Uhr oder Ihr Handy werfen

Menschen bekommen es mit, wenn Sie auf Ihr Uhr oder euer Handy schauen. Im schlimmsten Fall vermitteln Sie damit den Eindruck, dass Sie sich nicht wirklich für das Gespräch interessieren. 

Lynn Taylor erklärt: «Allein das Smartphone im Sichtfeld zu haben, ist respektlos. Während des Gesprächs werden Sie keine Nachrichten schreiben oder telefonieren, also schalten Sie es aus und packen es weg. Der Personaler muss Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit haben.»

Wenn Sie sich ohne Aufforderung hinsetzen

Wenn Sie warten, bis Ihnen ein Stuhl angeboten wird oder euer Gegenüber sich zuerst setzt, zeigen Sie Respekt. Sie nehmen die Gastrolle ein und überlassen dem Interviewer die Entscheidung, wer sich wo in seinem Büro setzen darf. Sobald Sie sitzen, sollten Sie allerdings eine aufrechte Haltung einnehmen und mit breiten Schultern so viel Platz wie möglich im Stuhl ausfüllen. Sitzen Sie nur krumm da, mit gesenktem Kopf und ohne Augenkontakt, lässt Sie das definitiv nicht attraktiv für den Arbeitgeber wirken.

Weitere Kleinigkeiten, die entscheidend für das Bewerbungsgespräch sind, zählt der «Business Insider Deutschland» auf, unter dem Titel «28 überraschende Dinge, die darüber entscheiden, ob ihr den Job bekommt».

 

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