Zalando hat erstmals gesondert veröffentlicht, wie viel Geld Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider in einem Geschäftsjahr verdient haben. 2018 waren das zusammen knapp 50 Millionen Euro, wie das deutsche Online-Portal «Gründerszene» schreibt. Demnach kassierte Rubin Ritter 2018 insgesamt knapp 20,2 Millionen Euro, auf Robert Gentz und David Schneider entfielen jeweils knapp 15 Millionen Euro.

Diese Summen ergeben sich aus zwei Aktienoptionsprogrammen, SOP 2011 und SOP 2013, die im Oktober und November vergangenen Jahres ausliefen, heisst es im Medienbericht, der unter anderem auf die Berichterstattung der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verweist. Die Vorstandsmitglieder konnten Aktien dabei zu einem vergünstigten Preis kaufen – und wieder verkaufen. 

Im vergangenen Mai hatte die Jahreshauptversammlung einem neuen Vergütungsmodell der drei Vorstandschefs zugestimmt. Das Grundgehalt sollte sich demzufolge auf 65'000 Euro belaufen – statt 200'000 Euro. Diese Regelung ist seit Ende 2018 in Kraft. Dafür bekommen Ritter, Gentz und Schneider jeweils Optionen für 1,75 Millionen Euro. Nach vier Jahren könnten sie 80 Prozent der Aktien zu Geld machen.

Bei guter Entwicklung von Umsatz und Aktienkurs verspricht diese Regelung den Managern viel Geld – zwischen 170 und 180 Millionen Euro.

Zalando: Der wichtigste Player in der Schweiz

  • In weniger als einem Jahrzehnt gelang es Zalando, zur Nummer eins im Schweizer Modehandel zu werden. Per 2017 stiess die deutsche Online-Walze erstmals den bisherigen und langjährigen Marktführer H&M vom Thron. Lesen Sie hier, wie alles in einer 3-Zimmer-Wohnung in Berlin begann – ein grosser Rückblick auf den Sturmlauf der letzten zehn Jahre, geschrieben von den beiden «Handelszeitung»-Redaktoren Andreas Güntert und David Torcasso
     

  • «Ich habe Respekt für Amazon»: Robert Gentz, Co-Chef von Zalando, sprach im November mit «Handelszeitung»-Chefredaktor Stefan Barmettler. Lesen Sie hier, wie Gentz die Modebranche umkrempelt und wo er noch Wachstumspotenzial in Europa sieht. Und Linus Glaser, DACH-Chef bei Zalando, erklärt hier die Eigenheiten des Schweizer Marktes. 

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Denn die Aktienoptionen sind an die Umsatzentwicklung des Unternehmens gekoppelt, wie ein Zalando-Sprecher dem Online-Portal «Gründerszene» im vergangenen Jahr sagte: Nur wenn Zalando jährlich im Schnitt 15 Prozent oder mehr wächst, erhalten die Vorstände sämtliche zugeteilte Optionen. Liegt das Wachstum zwischen 10 und 15 Prozent, reduziert sich der Anteil der Optionen um 10 Prozent je 0,5 Prozent weniger Wachstum. Wenn die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate unter 10 Prozent liegt, findet gar keine Auszahlung an den Vorstand statt. Die Entwicklung des Aktienkurses spielt demnach keine Rolle für die Auszahlung der Aktienoptionen.

Diese Zielwerte konnte Zalando 2018 einhalten: Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro, das entspricht einem Wachstum von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: 4,5 Milliarden Euro Umsatz). Prognostiziert waren 20 bis 25 Prozent Umsatzwachstum. Der Gewinn (bereinigtes Ebit) betrug 173,4 Millionen Euro. 

(ise)