Dank dem Verkauf des Roche-Aktienpaketes realisierte Novartis 2021 einen Rekordgewinn von 24 Milliarden Dollar. Davon sind 14 Milliarden dem Kursplus des Roche-Aktienpaketes zu verdanken.

Nun hat Novartis sehr viel Geld in der Kasse, und es könnte sogar noch mehr werden. Denn die Basler wollen auch die Generikasparte Sandoz loswerden. Ein Verkauf an einen Konkurrenten oder eine Private-Equity-Firma könnte nochmals 17 bis 25 Milliarden Dollar in die Kasse spülen.

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Heilen mit Genschere

Also wohin mit all dem Geld? Novartis liess bereits verlauten, dass man hauptsächlich ins organische Wachstum investieren wolle. Bis zum Jahr 2026 habe man rund zwanzig Blockbuster-Produkte mit einem Umsatzpotenzial von mehr als 1 Milliarde Dollar in der Entwicklungs-Pipeline.

Trotzdem dürfte noch viel Geld für Akquisitionen übrig sein. Interessant könnten etwa Firmen sein, die neue Produkte mit der «Genschere» entwickeln, der Crispr-Technologie. Sehr vereinfacht formuliert ermöglicht es diese Technik, genetische Fehler zu beheben, indem man die entsprechende fehlerhafte Gensequenz herausschneidet und mit einer gesunden Sequenz ersetzt.

Die Technologie funktioniert

Das Verfahren wurde schon bei einigen genetisch veranlagten Krankheiten durchgeführt, etwa bei Sichelzellenanämie. Menschen mit dieser Krankheit brauchen dauerhaft Behandlungen, etwa Bluttransfusionen. Nachdem die fehlerhafte Gensequenz ersetzt wurde, sind die Menschen gesund und brauchen keine Behandlung mehr.

Bekannt wurde der Fall der Amerikanerin Victoria Gray, die sich 2019 in einem Versuch in Nashville mittels Crispr gegen die Sichelzellenanämie behandeln liess. Sie lebt jetzt ohne Bluttransfusionen und frei von Schmerzen. Erst gerade im Januar dieses Jahres sagte die 36-Jährige in einem Update gegenüber US-Medien: «Es geht mir grossartig.»

Firmen zum halben Preis

Kein Wunder, waren die Firmen aus diesem Technologiebereich Börsenraketen, deren Kurse sich vervielfachten. Darunter vor allem die an der US-Technologiebörse kotierten Crispr Therapeutics, Intellia Therapeutics und Beam Therapeutics. Seitdem der Hype um Technologiewerte aber wieder etwas abgekühlt ist, haben deren Kurse sich teilweise halbiert. Novartis könnte gleich alle drei kaufen: Crispr Therapeutics ist derzeit an der Börse rund 5 Milliarden Dollar wert, Intellia Therapeutics rund 7,4 Milliarden Dollar und Beam Therapeutics 4,7 Milliarden Dollar.

Das ist zwar alles nur eine wilde Spekulation, aber leisten könnte sich das Novartis allemal. 

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