Die Spekulation ging schön auf. Wie von uns erwartet, präsentierte Infineon schon wenige Tage nach Depotaufnahme eines Calls auf den Halbleiterkonzern vor einer Woche starke Quartalszahlen. Der Umsatz des DAX-Konzerns im Dreimonatszeitraum lag nicht nur 10 Prozent über dem Vorquartal, sondern gleich 33 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.  

Mit den starken Quartalszahlen wurde gleichzeitig auch die Prognose angehoben. Der Umsatz in diesem Jahr soll nicht wie bisher kommuniziert von 11,1 auf 13,5 Milliarden, sondern gleich auf etwa 14 Milliarden Euro steigen.  

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Konnte die Aktie im Zusammenhang mit den Zahlen bereits um bis zu rund 10 Prozent zulegen, so brachte der Call sogar Kursgewinne von bis zu etwa 50 Prozent. Trotz den guten Zahlen ist Infineon allerdings vom Widerstand bei der psychologischen Marke von 30 Euro wieder abgeprallt und hat wieder nach unten gedreht. Möglicherweise geht es mit der Aktie jetzt sogar noch weiter nach unten. Wir realisieren deshalb einen schnellen Gewinn innert weniger Tage von rund 15 Prozent und steigen aus.  

Handelszeitung Portfolio

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im «Handelszeitung»-Portfolio.

Die freie Liquidität setzen wir auf einen Call auf Kupfer. Nachdem der Preis des Industriemetalls im Zusammenhang mit den zahlreichen globalen Corona-Lockdowns und mit infolge der Pandemie geschlossenen Fabriken 2020 auf ein Sechsjahrestief gefallen war, zog es die Notierung von diesen Tiefs im Frühjahr 2020 steil nach oben. Die weltweite Konjunkturerholung nach Corona brachte extremen Nachholbedarf und massiv steigende Kupfernachfrage mit sich.

In nur einem Jahr hatte sich der Preis des Metalls – das in ganz vielen Industriebereichen zum Einsatz kommt wie in der Autoindustrie, bei der Digitalisierung oder auch im Bau – auf über 10’500 Dollar je Tonne verdoppelt. Ein Jahr lang hielt sich die Notierung dann auf diesem Niveau. Im Juni ging es mit dem Kurs wieder steil bergab.  

Die Angst vor einer globalen Konjunkturschwäche infolge der politischen Situation und entsprechend fallender Nachfrage nach Kupfer lastet auf dem Kupferkurs. Das hat aber auch Vorteile: Mit der fallenden Notierung des Rohstoffs werden viele Produkte wieder günstiger, und das würde der Konjunktur Rückenwind bringen.  

Auf jeden Fall hat die Ankündigung von Produktionskürzungen bei Kupferkonzernen Ende Juli den Rebound von der Unterstützung bei 7000 Dollar je Tonne eingeleitet. Inzwischen hat der Preis des Metalls sogar den Widerstand von Ende 2020 bei rund 8000 Dollar je Tonne erreicht.  

Wir setzen darauf, dass Kupfer diese Hürde nimmt und dann schnell weiter zulegen kann. Allerdings spekulieren wir im Musterdepot nicht auf Kupfer, sondern wählen einen Call auf Aurubis. Das Unternehmen aus Hamburg zählt zu den weltweit grössten Produzenten und Recyclern von Kupfer und die Gewinne des MDAX-Mitglieds hängen entsprechend stark am Kupferpreis. Die Aktie von Aurubis ist mit der Kupfer-Notierung 2021 steil gestiegen, dann aber im Mai und Juni abgestürzt und hat sich in nur zwei Monaten fast halbiert.

Der Titel ist mit einem geschätzten 7er-KGV spottbillig und konnte zudem von der Unterstützung im Bereich von 65 Euro nach oben drehen. Mit einem Call wetten wir darauf, dass der Titel ganz schnell wieder in Richtung 75 Euro laufen kann. Bei einem 4er-Hebel des Zertifikats wären bei einem Kursanstieg von Aurubis auf 75 Euro rund 40 Prozent Gewinn drin.  

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