Die Party ist vorbei. Gab es nicht nur in der Schweiz, sondern insbesondere auch in Deutschland wegen Null- und Negativzinsen viele Jahre lang einen unglaublichen Immobilienboom, so rutscht der Sektor jetzt immer stärker in die Krise. Vor allem in Deutschland gibt es Lieferengpässe bei Bau- und Werkstoffen, die Kostenplanung der Handwerker ist wegen steigender Preise unverbindlich und in Zeiten der Unsicherheit legen viele Bauträger ihre Projekte auf Eis.

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Dazu kommen kräftig gestiegene Zinsen, die eine Finanzierung beispielsweise von Wohnungen in Ballungszentren für die breite Masse nicht mehr zulassen.

Das Immobilienportal Immoscout24 hatte vor wenigen Tagen berichtet, das Angebot an Wohnungen und Einfamilienhäusern auf seinen Online-Seiten sei im zweiten Quartal in deutschen Metropolen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 46 Prozent gestiegen, die Nachfrage dagegen um 36 Prozent zurückgegangen.

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Fallende Nachfrage, steigendes Angebot – der Immobilienmarkt bei den Nachbarn entwickelt sich offensichtlich immer mehr zum Käufermarkt. Das spiegelt inzwischen auch die Preisentwicklung wider. Wie Immoscout24 nämlich auch berichtet, sind die Preise für Wohnimmobilien und Einfamilienhäuser auf dem Portal im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent gefallen.

Wegen der unerwartet starken Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank um 50 Basispunkte dürfte die Nachfrage weitere Dämpfer bekommen.

Ausstieg bei CR Capital

Die Schweizerische Nationalbank hatte kürzlich den Immobilienmarkt in der Schweiz mit 10 bis 35 Prozent überbewertet eingestuft. Die Deutsche Bundesbank kommt zu ähnlichen Ergebnissen für Deutschland. Da sich der Immobilienmarkt schnell und merklich eingetrübt hat, steigen wir vorsorglich bei CR Capital aus.

Der Immobilienentwickler ist zwar wirklich gut unterwegs und dürfte auch weiterhin schöne Geschäfte machen. Denn die Berliner sind auf preisgünstige Häuser spezialisiert und haben mit grünem Stahl und Photovoltaikanlagen starke Trümpfe in der Hand.

Kommt aber eine mögliche weitere Korrektur im Immo-Sektor, dann könnte die Aktie mit dem gesamten Sektor in Sippenhaft genommen werden.

Wenn sich die Lage etwas beruhigt, werden wir CR Capital möglicherweise wieder ins Depot nehmen.

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