Eine vom ehemaligen Chef der Commerzbank AG, Martin Blessing, unterstützte Blankoscheck-Gesellschaft wird informierten Kreisen zufolge womöglich schon am heutigen Montag einen Börsengang in Amsterdam ankündigen. Die Spac mit der Bezeichnung EFIC1 wird sich den Angaben zufolge auf europäische Fintech-Unternehmen spezialisieren.

Wie zu hören ist, will das Investmentvehikel mit dem IPO bis zu 415 Millionen Euro in die Kasse holen. Mit im Boot sind neben Blessing auch der frühere Barclays-Manager Ben Davey sowie der Gründer des Beratungshauses Aperghis, Nick Aperghis. Als Berater fungiert die Credit Suisse, wie Bloomberg bereits berichtet hatte.

Ein Sprecher der Gesellschaft lehnte eine Stellungnahme ab.

Börsengang durch die Hintertür

Blankoscheck-Unternehmen - auch Special Purpose Acquisition Company, oder Spac, genannt - bestehen typischerweise aus einem reinen Firmenmantel, der ohne operatives Geschäft an die Börse geht.

Ihr Ziel besteht darin, Börsekandidaten zu finden und diese mit den im IPO aufgenommenen Mitteln zu übernehmen. Dieser aus den USA kommende Trend wird auch in Europa immer populärer.

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Auch Ex-CS-Chef Thiam startete eine SPAC

In diesem Jahr hat bereits der ehemalige Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam eine Spac gestartet. Der frühere CEO der UniCredit, Jean Pierre Mustier, arbeitet zusammen mit Luxuswaren-Milliardär Bernard Arnault und dem französischen Vermögensverwalter Tikehau Capital ebenfalls an einer Blankoscheck-Gesellschaft.

Blessing übernahm nach seiner Zeit bei der der Commerzbank die Leitung der Vermögensverwaltung bei der UBS. Zeitweise war er dort sogar als möglicher CEO im Gespräch. Er verliess die Schweizer Bank 2019 jedoch im Zuge einer Führungskrise.

(bloomberg/mbü)