Die Lehrbetriebe schätzen die Situation und Zukunft für Lernende optimistischer ein als noch zu Beginn der Corona-Krise. So ist etwa die Sorge gesunken, dass Lehrstellen verloren gehen.

Dies zeigt eine am Donnerstag publizierte Erhebung des LehrstellenPuls-Teams der ETH Zürich und der Lehrstellenplattform Yousty. Während im April noch 5,2 Prozent und im Mai 2,1 Prozent der befragten Lehrbetriebe diese Sorge hatte, waren es in der Befragung im Juni noch 1,7 Prozent.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Arbeitgeber schätzt aber, dass es für die Lernenden nach dem Abschluss dieses Jahr schwieriger ist als sonst, eine Stelle zu finden. 27 Prozent beurteilen die Situation als vergleichbar mit dem Vorjahr und ein Prozent erachtet es gar als einfacher. 16 Prozent konnten dazu nicht Stellung nehmen. Diese Frage wurde den Lehrbetrieben in den ersten zwei Umfragen nicht gestellt.

Grossteil beschäftigt gleich viele weiter

An der Umfrage im Juni nahmen 2370 Lehrbetriebe teil. Sie repräsentieren 4859 der Lernenden. Drei Viertel davon arbeiten in Lehrbetrieben, die planen, nach Lehrabschluss gleich viele Lernende weiterzubeschäftigen wie im Vorjahr.

Rund sechs Prozent können in den Lehrbetrieben voraussichtlich nicht bleiben und bei 12 Prozent ist es unklar. Im April waren die Aussichten noch für 25 Prozent der Lehrabgänger negativ oder unklar. In sieben Prozent der Betriebe sollen nach dem Lehrabschluss mehr Lernende übernommen werden.

Moderater Einfluss auf Praxisnote

Die Erhebung erfasste auch die geschätzten Auswirkungen der Corona-Krise auf die Abschlussnoten der Lernenden. Die Lehrbetriebe gehen weiterhin davon aus, dass die Corona-Krise einen leichten Einfluss auf den Lehrabschluss haben werde. Sie schätzen aber, dass die Lernenden, die nicht im letzten Lehrjahr sind, den verpassten Stoff der betrieblichen Ausbildung in der restlichen Lehrzeit noch aufholen können.

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Den Einfluss der Corona-Krise auf die betriebspraktische Abschlussnote von Lehrabgängern schätzen die Betriebe nur moderat ein. Einen etwas grösseren Einfluss sehen die Unternehmen auf die schulische Note.

Nach den Lockerungen erhalten noch 0,6 Prozent der Auszubildenden keine betriebliche Ausbildung (1,3 Prozent im Mai, 9 Prozent im April). 86 Prozent der Lernenden waren im Juni wieder im Lehrbetrieb im Einsatz. Im Mai waren es noch 77 Prozent, im April 64 Prozent.

In Top-Bereichen 90 Prozent besetzt

In den beliebtesten Berufen waren im Juni bereits 90 Prozent der Lehrstellen besetzt. Zu diesen Berufen gehören neben den drei Spitzenreitern Bildung/Soziales, Gesundheit und Informatik die Bereiche Planung/Konstruktion, Wirtschaft/Verwaltung/Tourismus und Verkauf/Einkauf. Noch viele offene Lehrstellen gibt es gemäss Mitteilung in den Bereichen Bauwesen, Holz/Innenausbau und Gastgewerbe/Hotellerie.

Ein Prozent der bereits abgeschlossenen Lehrverträge mussten im Juni wieder aufgelöst werden - im Mai waren es noch 1,9 Prozent, im April wurden 0,5 Prozent aufgelöst.

(sda/mlo)