Die chinesische Führung trommelt für eine neue globale Wirtschaftsordnung nach der Corona-Krise. Chinas Präsident Xi Jinping sieht dabei die Volksrepublik in einer führenden Position, wie er am Mittwoch in einer Videobotschaft zur Eröffnung der Handelsmesse China International Import Expo in Shanghai sagte. «Wir sollten eine konstruktive Haltung einnehmen, um das globale Wirtschaftssystem zu reformieren und eine offene Weltwirtschaft zu fördern», sagte er. Mit einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden und einer mittleren Einkommensschicht von über 400 Millionen Menschen sei China der weltgrösste Markt mit dem grössten Potenzial.

Das Reich der Mitte ist dieses Jahr auf dem besten Weg, die einzige grosse Volkswirtschaft zu werden, die inmitten der Virus-Krise wächst, nachdem es die Pandemie weitgehend unter Kontrolle brachte. Xi präsentierte in seiner Rede das Land als dynamische und offene Volkswirtschaft. «China erwartet, in den nächsten zehn Jahren zusammengefasst Güter im Wert von über 22 Billionen Dollar zu importieren», stellte er in Aussicht. Er werde es nicht zulassen, dass Unilateralismus und Protektionismus die internationale Ordnung unterminierten.

Xi kündigte zudem an, er werde den Katalog von Gütern und Technologieimporten kürzen, die Einschränkungen unterliegen. Alle in China registrierten Unternehmen würden gleich behandelt. China werde zudem mehr qualitativ hochwertige Handelsvereinbarungen mit anderen Ländern schliessen. In seiner Videobotschaft ging Xi nicht auf die zunehmend schwierigen Beziehungen zu den USA und zu US-Präsident Donald Trump ein. Er sagte allerdings, Länder sollten untereinander keine Schläge austeilen. 

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(reuters/mlo)