Die Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) verzögert sich. Das erste EPD wird erst im Sommer und nicht bereits im Frühling angeboten werden können. Grund für die Verzögerung ist die längere Dauer der Zertifizierung der zukünftigen Anbieterinnen.

Bis Mitte April dürfte nun mindestens eine dieser sogenannten Stammgemeinschaften bestehend aus Spitälern, Pflegeheimen, Arztpraxen, Apotheken oder Spitex-Diensten die Zertifizierung abgeschlossen haben und dann im Sommer den Betrieb aufnehmen können, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mit. Die anderen dürften demnach im Herbst folgen.

Gemäss BAG gibt es bisher acht Stammgemeinschaften, die in Zukunft das EPD anbieten wollen. Jeder dieser Anbieter wird umfassend geprüft, zertifiziert und kontrolliert, um sicherzustellen, dass die Dokumente sicher sind und der Schutz der Patientinnen und Patienten gewährleistet ist, wie der Webseite von eHealth Suisse, der Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen, zu entnehmen ist.

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Zertifizierungsprozess dauert länger als geplant

Der Aufbau der Stammgemeinschaften und der technischen Plattformen habe bisher gut funktioniert, schreibt das BAG weiter. Der Zertifizierungsprozess der Gemeinschaften und die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen dauere jedoch länger als ursprünglich geplant.

Am weitesten fortgeschritten seien bisher eHealth Aargau, eHealth Südost und Xsana, sagte Adrian Schmid, Leiter eHealth Suisse, auf Anfrage. Eine oder mehrere dieser Stammgemeinschaften dürften im Sommer das EPD anbieten können. Sind die Verbände einmal zertifiziert, können sich auch Akutspitäer, Reha-Kliniken oder stationäre Psychiatrien anschliessen.

Trotz der Verspätung erwartet der Programmausschuss von Bund und Kantonen gemäss der Mitteilung, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz bis im Herbst ein EPD eröffnen können. Einen negativen Einfluss auf die Gesundheitsversorgung der Schweiz habe die Verzögerung nicht.

Mit dem elektronischen Patientendossier können künftig alle relevanten medizinischen Daten, die für die Behandlung eines Menschen wichtig sind, abgelegt und unabhängig von Ort und Zeit von berechtigten Gesundheitsfachpersonen eingesehen werden. Das EFD soll Sicherheit, Qualität und Effizienz von medizinischen Behandlungen verbessern und ist Teil der Gesundheitsstrategie 2020.

(sda/tdr)