Der Walliser Autozulieferer Adatis steht vor dem Aus. Die Firma hat am Mittwoch eine mögliche Schliessung des Standorts in Martigny für Oktober angekündigt. 48 Jobs sind in Gefahr. Grund ist die schlechte Auftragslage.

Das Unternehmen kämpfe wegen der schlechten Lage des europäischen und weltweiten Automobilmarktes seit drei Jahren mit einer beispiellosen Unterbeschäftigung, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Der französischen Muttergesellschaft, die mit den gleichen Schwierigkeiten konfrontiert sei, fehle das Geld um ihre Schweizer Tochter zu unterstützen, wie sie es in den vergangenen Jahren getan habe.

Mitarbeiter erhalten Jobangebote in Frankreich

Die 48 Mitarbeiter des Unternehmens seien gemäss den für Massenentlassungen geltenden gesetzlichen Bestimmungen informiert worden. Sollte der Standort in Martigny tatsächlich geschlossen werden, plane Adatis den Mitarbeitern einen Arbeitsplatz am Produktionsstandort ihrer Muttergesellschaft in Frankreich anzubieten.

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Das Unternehmen verpflichte sich zur Einhaltung seiner gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungen gegenüber seinen Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden und Finanzpartnern. Weitere Informationen wollte die Kunststoffspezialistin auf Anfrage nicht bekannt geben.

Keine Kurzarbeit beantragt

Die Gewerkschaft Unia Sektion Wallis zeigte sich «sehr überrascht» über die Ankündigung des Unternehmens. Adatis habe vorher nie Kurzarbeit beantragt.

Denn dies sei ein sehr wirksames Instrument, wenn man Arbeitsplätze retten wolle, sagte Blaise Carron von der Unia. Der Vorschlag, den Arbeitnehmern eine Stelle in Frankreich anzubieten, bezeichnete der Gewerkschafter als «unrealistisch». Um den Schaden zu begrenzen, könnte die Firma auch aktiv nach einem Käufer suchen, sagte Carron weiter.

Das Unternehmen Adatis wurde im November 2000 gegründet und ist eine Tochtergesellschaft der französischen Gruppe AdduXi. Es stellt insbesondere Kunststoffteile und elektronische Bauteile im Spitzgussverfahren für die Autoindustrie her.

(sda/mbü)