Die chinesische Notenbank hat wegen der zuletzt schwachen Konjunkturdaten die geldpolitischen Zügel etwas gelockert. Der erst im August eingeführte Referenzzinssatz LPR für Kredite mit einer Laufzeit von einem Jahr sei um 0,05 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gesenkt wurden, wie die Währungshüter am Freitag in Peking mitteilten. Der Fünfjahres-Satz blieb bei 4,85 Prozent. Volkswirte hatten grösstenteils einen Schritt in dieser Grössenordnung erwartet.

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Der gemässigte Schritt zeige, dass die Notenbank die Märkte nicht schon wieder enttäuschen wollte, sagte Macquarie-Experte Larry Hu. Die Währungshüter hatten die Zinssätze für Geldgeschäfte mit kurzer Laufzeit am sogenannten Geldmarkt am Dienstag und Donnerstag stabil gehalten, obwohl einige Investoren mit einer Senkung gerechnet hätten. Er zeige aber auch, dass die Notenbank kein starkes Signal senden wollte.

ING-Volkswirtin Iris Pang geht daher davon aus, dass die Senkung des einjährigen Referenzzinses nicht ausreicht, die Märkte zu beruhigen und das schwache Wachstum zu beleben. Um im laufenden Jahr das angepeilte Wachstum von mindestens sechs Prozent zu erreichen, müssten die Regierung und Notenbank bei der Geld- und Fiskalpolitik zusammenarbeiten. Daher sei bald mit weiteren geldpolitischen Lockerungen durch die Notenbank zu rechnen.

Die Notenbank hatte die sogenannte Loan Prime Rate (LPR) erst im August eingeführt, um vor allem Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu erleichtern./zb/bgf/fba

(awp/mlo)