Der Einkaufsmanager-Index (PMI) für die Industrie stieg im März saisonbereinigt zum Vormonat um 5,0 auf 66,3 Punkte und liegt zum achten Mal in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Index sei beinahe auf einen neuen Rekordstand geklettert, teilte die Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch. berechnet, am Donnerstag mit.

Höher als im März lag der seit 1995 erhobene Industrie-PMI nur einmal und zwar vor 14 Jahren. Der Index misst, wie optimistisch die Einkaufsmanager auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung blicken. Werte von über 50 Punkten deuten auf Wachstum hin. Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im letzten Frühling war der Index auf 41,2 Punkte abgesackt.

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Verbesserte Nachfrage

Doch nun zeichnet sich immer deutlicher eine kräftige Erholung ab und die sei äusserst breit abgestützt, schreibt die Credit Suisse. Sie warnt aber auch davor, dem Beinahe-Rekord im Industrie-PMI angesichts des starken Einbruchs während der Coronakrise zu viel Gewicht beizumessen.

Der steigende Index widerspiegle die gute Nachfrage im Export, vor allem aus Asien und auch aus den USA, heisst es. Und während des Lockdowns sei auch in Schweizer Haushalten die Nachfrage nach Gütern gestiegen, da die Menschen wegen der Lockdown-Massnahmen etwa weniger Reisen buchten oder nicht ins Restaurant gehen konnten.

Im Zuge der dynamischen Erholung würden auch die Preise ansteigen. Höhere Transportkosten vor allem aus Übersee sowie gestiegene Rohstoffkosten und teurere Elektronikkomponenten seien die Gründe für die höheren Einkaufspreise in der Industrie, so die Credit Suisse.

Dienstleistungssektor auf Erholungskurs

Auch der mehr auf den Binnenkonsum ausgerichtete Dienstleistungssektor hat sich im März weiter erholt. Der entsprechende PMI stieg um 3,5 auf 55,5 Punkte, nachdem er bereits im Februar über die Wachstumsschwelle geklettert war. Die Dynamik sei aber nach wie vor deutlich geringer als in der Industrie, so die Credit Suisse.

Der Dienstleistungssektor leidet stärker unter den Folgen der Pandemie, was sich auch am PMI ablesen lässt. Auf dem Höhepunkt der Krise im April 2020 war der PMI für die Dienstleistungen beinahe bis auf 20 Punkte zurückgefallen. Doch die zweite Coronawelle und die momentane Lage mit weiteren Lockdown-Massnahmen dürften sich weniger negativ auf die Dienstleister auswirken als dies noch bei der ersten Welle der Fall war.

Unklar ist nach wie vor, wie einschneidend sich die Coronakrise auf den Schweizer Arbeitsmarkt auswirken wird. Dank dem Instrument der Kurzarbeit haben die Firmen bislang weitgehend auf Entlassungen im grossen Stil verzichtet.

Die Dienstleister hätten im März weiter Personal abgebaut, schreibt die Credit Suisse. Die entsprechende PMI-Subkomponente "Beschäftigung" liege mittlerweile seit einem Jahr unterhalb der Wachstumsschwelle, habe sich aber immerhin vom Tiefststand im Mai 2020 deutlich erholt.

Ökonomen hatten im Vorfeld für die Industrie mit tieferen PMI-Werten gerechnet. Da wurde ein Indexstand von 61 bis 65 Punkten geschätzt. Beim Dienstleistungs-PMI wurden 54 bis 65 Punkte erwartet. Auch das KOF Konjunkturbarometer - der zweite wichtige Frühindikator für die Schweizer Wirtschaft - hat sich weiter belebt und ist auf den höchsten Stand seit Sommer 2010 geklettert, wie die KOF Anfang Woche mitteilte.

(awp/tdr)