Das niederländische Verfahren gegen den neuen UBS-Chef Ralph Hamers ist einen Schritt weiter. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass sie die Anordnung eines Gerichts umsetzen werde, einen 2018 beigelegten Geldwäsche-Fall während seiner Zeit als ING-Chef neu aufzurollen.

«Derzeit regeln wir die organisatorischen Fragen im Zusammenhang mit der Entscheidung des Gerichts», erklärte die Staatsanwaltschaft in der Nacht auf Dienstag auf Anfrage. Einen Zeitplan könne sie nicht vorlegen.

Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge könnte die Untersuchung bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen. Erst nach dieser Untersuchung stehe fest, ob Anklage erhoben werde.

2018 zahlte ING zur Beilegung des Falls 775 Millionen Euro und beglich damit die grösste Geldwäschestrafe in der niederländischen Geschichte. Die Staatsanwälte kamen seinerzeit zum Schluss, dass ING die Einhaltung der Risikovorgaben zu wenig überwacht habe. Dies könne aber nicht einer bestimmten Person angelastet werden. Der Investor Pieter Lakeman war mit dem Entscheid nicht einverstanden. Seine Beschwerde führte dazu, dass ein Berufungsgericht in Den Haag im Dezember anordnete, dass Hamers Rolle neu untersucht werden müsse. Dieser Aufforderung kommt die Staatanwaltschaft nun nach.

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(awp/mlo)