Novartis stellt am Freitag Dosen von Hydroxychloroquin für die Behandlung von hospitalisierten Covid-19-Patienten in der Schweiz kostenfrei zur Verfügung. Dies mit dem Ziel, Patienten Zugang zu einer möglichen Therapie zu verschaffen und gleichzeitig die klinische Forschung im Kampf gegen Covid-19 voranzutreiben, wie der Basler Pharmakonzern in einer Mitteilung schreibt. Novartis spricht von einer «namhaften Menge» ohne eine Zahl zu nennen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie empfiehlt laut Novartis in ihrem Behandlungsprotokoll hospitalisierte Patienten, die mit Covid-19 infiziert sind, unter anderem mit Hydroxychloroquin zu therapieren.

Auch die Firma Mepha Schweiz spendet den Schweizer Spitälern 90'000 Tabletten mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin zur Behandlung von schwer erkrankten und Covid-19-Patienten. Diese Menge reiche für 9000 Covid-19-Therapien, heisst es in einer Medienmitteilung vom Freitag.

Gegen Malaria und zwei Autoimmunerkrankungen

Derzeit werden Hydroxychloroquin und die verwandte Substanz, Chloroquin, in klinischen Studien für die Behandlung von Covid-19 untersucht. Der Wirkstoff, welcher als Mittel gegen Malaria und die Autoimmunerkrankungen Lupus erythematodes und chronische Polyarthritis eingesetzt wird, ist bisher in Europa nicht für die Indikation von Covid-19-Infektionen zugelassen.

Die schweizerische Zulassungsbehörde Swissmedic hat das Medikament der Novartis-Tochter Sandoz im Eilverfahren für den Schweizer Markt zugelassen. Die Zulassung gilt für die Behandlung von Malaria und Autoimmunerkrankungen, das Medikament wird jedoch unter kontrollierter ärztlicher Aufsicht und Verantwortung für die Behandlung vonCovid-19-Patienten eingesetzt werden.

30 Millionen Dosen für die USA

Schon vorher hatte das US-Gesundheitsministerium (HHS) eine Novartis-Spende von 30 Millionen Dosen von Hydroxychloroquin angenommen. Insgesamt will Novartis weltweit bis zu 130 Millionen Dosen des Malariamittels spenden.

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(gku | mit Agenturmaterial)