Die Schweizer Fintech-Firma Numbrs kündigt ein Restrukturierungsprogramm an. Der Schritt wird damit erklärt, «dass eine neue Finanzierungsrunde im hohen zweistelligen Millionenbereich trotz rechtsverbindlicher Unterschrift nicht zustande gekommen ist.»

Im April hatte Numbrs angekündigt, sich solch eine Summe gesichert zu haben – ohne allerdings die Namen der Investoren zu nennen.

Nach dem Scheitern der Runde wird ein Programm zur Kostensenkung und «zur Realisierung von bisher ungenutzten Ertragspotenzialen» gestartet. Damit sollen die Fixkosten um mehr als 50 Prozent gesenkt werden.

Numbrs beschäftigt laut eigenen Angaben rund 150 Mitarbeiter. «Der geplante Organisationsumbau könnte zu einem Abbau von bis zu 62 Mitarbeitern am Firmensitz in Zürich führen - dies würde knapp 50 Prozent der Gesamtbelegschaft des Unternehmens entsprechen», so nun die Mitteilung.

Zugleich halte man am Markteintritt in Grossbritannien fest, er soll im Sommer 2020 erfolgen.

Man nannte es Einhorn

Numbrs hat eine sogenannte Multibanking-App entwickelt, auf der die Nutzer ihre Konti aus diversen Instituten zusammenführen können; sie wird vor allem in Deutschland vertrieben. Im August 2019 wurde verkündet, man habe Investitionskapital von 200 Millionen Euro akquiriert und sei damit mit über einer Milliarde bewertet – also ein so genanntes «Einhorn». 

Laut den Angaben im neuen Communiqué vereinigt die Numbrs-App 11 Milliarden Euro an aggregierten Kundengeldern, 2,2 Millionen Downloads und 1,8 Millionen über die App eingebundene Bankkonten. Damit hätte die Entwicklung seit August letzten Jahres stagniert: Schon damals wurden 2,2 Millionen Downloads und 11 Milliarden via App verwaltete Gelder vermeldet.

(rap)