Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im Juli weiter verbessert. Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht zurückgegangen.

Insgesamt waren Ende Juli 128'279 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 3542 weniger als im Juni, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Die Arbeitslosenquote verharrte im Vergleich zum Vormonat Juni damit jedoch bei 2,8 Prozent.

Auf dem Bau und im Tourismus werden Leute gesucht

Beim aktuellen Rückgang dürften saisonale Gründe mitgespielt haben, da im Sommer vor allem die Aktivitäten auf dem Bau und im Tourismus anziehen und dort vermehrt Arbeitskräfte gesucht werden. Allerdings ist auch die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote leicht auf 3,0 von 3,1 Prozent gesunken.

Für Ökonomen kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Sie hatten mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 bis 2,9 Prozent gerechnet, bei der saisonbereinigten Ziffer lagen die Prognosen bei 2,9 und 3,0 Prozent.

Corona-Effekt rückläufig

Die Juli-Zahlen sind ein weiterer Beleg dafür, dass sich der Schweizer Arbeitsmarkt rasch vom Corona-Schock erholt hat. So liegen die aktuellen Zahlen deutlich unter jenen des Vorjahresmonats, als die Zahl der Arbeitslosen auf über 150'000 und die Quote auf 3,2 Prozent geklettert war.

Und sie liegt noch deutlicher unter den Werten vom letzten Januar, als die Coronakrise auf dem Schweizer Arbeitsmarkt (fast 170'000 Arbeitslose; Quote von 3,7%) die grössten Auswirkungen hatte.

Weniger Jobsuchende

Ein weiterer Beleg für den besseren Zustand des Arbeitsmarktes ist auch die Zahl der Stellensuchenden, die sich im Juli gegenüber dem Juni um 7454 auf 219'183 zurückbildete.

Die Zahl der offenen Stellen nahm gleichzeitig auch leicht ab, um 3905 auf 56'812. Davon unterlagen 43'219 der Meldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von schweizweit mindestens 5 Prozent.

Kurzarbeit erneut rückläufig

Die Kurzarbeit, mit der die negativen Corona-Effekte während der Krise abgefedert wurden, zog zu Beginn des Jahres wegen den vom Bund im zweiten Corona-Lockdown ergriffenen Massnahmen bekanntlich im Januar und Februar wieder an.

Nach dem Rückgang im März und April ging die Kurzarbeit auch im Monat Mai, zu dem nun aktuelle Zahlen vorliegen, erneut zurück. In diesem Monat waren 257'467 Personen von Kurzarbeit betroffen, das waren gut 15 Prozent weniger als im Monat davor. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte für fast 900'000 Menschen Kurzarbeit gegolten.

(awp/mbü)