Das Angebot war wohl zu gut, um wahr zu sein. Die Plattform Juicy Fields versprach, Kleinanleger mit Cannabisproduzenten zusammenzubringen. Die Idee: Die Investoren finanzieren den Anbau der Pflanzen und werden nach dem Verkauf des medizinisches Marihuanas entsprechend am Gewinn beteiligt. Die Seite warb aggressiv um Anleger und lockte mit Renditeversprechen von bis zu 66 Prozent.

Nun sind die Betreiber von Juicy Fields untergetaucht – mit dem Geld der von Renditeträumen berauschten Kleinanlegenden. Vom mutmasslichen Ponzi-System sollen Zehntausende, vielleicht sogar Hunderttausende Nutzer betroffen sein. Wie viele es genau sind, ist unklar. Klar ist jedoch, dass auch viele Schweizerinnen und Schweizer hinters Licht geführt worden sind, wie der «Tages-Anzeiger» am Dienstag berichtete.

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Walliser investierte über 20’000 Franken

Die Zeitung zitiert einen 30-jährigen Walliser, der bei der angeblichen Betrugsmasche von Juicy Fields über 20’000 Franken verloren haben soll. Weil er von der seriös wirkenden Anlageidee überzeugt war, empfahl der Informatiker diese seinen Freunden weiter. So habe sein Schwiegervater das ganze Ersparte investiert.

Zuger «Detektive» decken Täuschungsstrategien auf:

Gemäss dem «Tagi» haben sich Schweizer Betroffene aus allen Ecken des Landes in einer Telegram-Gruppe zusammengefunden. 350 Mitglieder gross ist die Gruppe aktuell. Darin berichten diese von Investitionen bis zu 100’000 Franken. Viele sehen ihre Existenz bedroht.

Einige mutmasslich Geschädigte wehren sich nun juristisch. So hat die Zürcher Stadtpolizei gemäss Bericht mehrere Anzeigen erhalten. Und beim Staatssekretariat für Wirtschaft sind knapp fünfzig Beschwerden gegen Juicy Fields eingegangen.

Juicy Fields betreibt Firma in Pfäffikon SZ 

Die unter Beschuss geratene Plattform hat noch einen weiteren Schweiz-Bezug. So führten die Recherchen zur Juicy Fields AG mit Sitz in Pfäffikon SZ. Diese ist Teil des Firmenkonstrukts von Juicy Fields. Der Geschäftszweck: «Halten und Verwalten von langfristigen Finanzanlagen bei verbundenen Unternehmen», heisst es dazu im Handelsregister. Die Mitarbeitenden äusserten sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» in einer Stellungnahme. Darin gaben sie an, vom Betrug nichts gewusst zu haben.

Schuld seien die Hintermänner um den ehemaligen CEO Alan G. Der Schweizer Ableger und auch die Pressestelle antworteten nicht auf Anfragen der Zeitung.

(mth)