Wenns hart auf hart kommt, sind die Lichter diesen Winter zeitweise aus. Die Schweizer Behörden stellen sich auf einen möglichen Strommangel ein. Und auch in den Köpfen von Herrn und Frau Schweizer ist der Ernst der Lage offenbar angekommen: Der allergrösste Teil der Bevölkerung kann sich vorstellen, freiwillig den Energieverbrauch zu reduzieren. Nur für 4 Prozent ist der Verzicht ein No-Go, zeigt eine Umfrage des Zürcher Marktforschungsinstituts Marketagent Schweiz.

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Der stärkste Motivator ist dabei allerdings weder der Klima- und Umweltschutz noch das Abwenden einer möglichen Strommangellage oder gar eines Blackouts. Was am Ende zählt, ist der eigene Geldbeutel: 39 Prozent der Befragten wollen wegen der anziehenden Preise Strom sparen.

Mehr Angst vor Preisen als vor einem Blackout

«Die Umfrage zeigt, dass die jüngsten Appelle des Bundes, Energie zu sparen, Gehör finden», sagt Cornelia Eck, Geschäftsführerin Marketagent Schweiz. «Dabei geht es vielen nicht um altruistische Gründe, sondern darum, den eigenen Geldbeutel zu schonen, weil man nicht mehr als bisher für Strom zahlen möchte oder kann.» «Abwenden einer Mangelsituation» spielt nur für 28 Prozent die grösste Rolle. Das entspricht etwa jenem Teil der Bevölkerung (29 Prozent), der schon jetzt Angst vor einer Strommangelsituation hat.

Die repräsentative Umfrage wurde vom 9. bis 16. September in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt. Dabei wurden 1005 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren befragt.

Wie die Ergebnisse der Umfrage zeigen, ist die Bereitschaft zum Sparen beim Betrieb elektrischer Geräte am grössten. Rund drei Viertel der Befragten sind bereit, elektrische Geräte oder Lichter schneller auszuschalten beziehungsweise weniger zu nutzen.

Industrie soll zuerst sparen

Und auch an anderer Stelle sind die Konsumentinnen und Konsumenten zu Einschnitten bereit. Um Energie zu sparen, wollen zwei Drittel (65 Prozent) weniger heizen, fast ebenso viele wollen weniger warmes Wasser verbrauchen.

43 Prozent ziehen es gar in Betracht, in stromsparende Ersatzgeräte im Haushalt zu investieren. Und fast die Hälfte der Befragten hat ihre Pläne bereits in Taten umgesetzt: Sie sparen wegen der Appelle bereits Energie.

Für knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) ist allerdings auch klar: Erst soll die Industrie in die Pflicht genommen werden – dann erst die Haushalte.