Mit einem kleinen Kursfeuerwerk ist der Schweizer Aktienmarkt in das Börsenjahr 2023 gestartet. Der Leitindex Swiss Market Index (SMI) eroberte dabei kurzzeitig gar die 11'000-Punkte-Marke zurück, unter die er Mitte Dezember gefallen war. 

Die psychologisch wichtige Schwelle erwies sich indes als zu hohe Hürde: Der SMI schloss aber nur knapp darunter – mit einem Plus von 2,3 Prozent.

«In der ersten Handelssitzung des Jahres herrscht in Europa eine optimistische Stimmung vor, wobei die Aktien in allen Sektoren deutlich zulegen», fasst ein Händler zusammen. Investoren seien mit einer gewissen Zuversicht für das neue Jahr an ihre Handelstische zurückgekehrt, was die Kurse anschiebe.

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«Da heute keine wichtigen makroökonomischen Nachrichten vorliegen, ist es jedoch immer noch schwer zu sagen, ob die derzeitige Kursentwicklung durch echte Beweggründe der Portfoliomanager angetrieben wird oder ob es sich nur um eine Liquiditäts-Hausse handelt, bei der einige Short-Positionen aus dem letzten Jahr gedeckt werden», halten die vorsichtigen Stimmen dagegen.

Kurse in Europa ziehen an

Als möglichen ersten Lackmustest machen Händler denn auch die deutschen Inflationsdaten aus, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Die Hoffnung liege auf einem weiteren Rückgang. Zumindest sorgten die ersten Angaben aus einzelnen deutschen Bundesländern für eine gewisse Hoffnung, heisst es.

Optimismus deshalb allenthalben am Vormittag: Der SMI gewann gegen 11.15 Uhr 2,44 Prozent hinzu auf 10'991,69 Punkte. Auch in Europa ziehen die Kurse merklich an. Während der britische FTSE 100 um 2,3 Prozent stieg, legten der deutsche Dax und der CAC 40 in Paris jeweils um mehr als 1 Prozent zu. Alle drei europäische Indexe schlossen am Dienstag mit Kursgewinnen. Die Wall Street startete ebenfalls im Plus.

Die Gewinne zum Jahresstart stehen im krassen Gegensatz zum Börsenjahr 2022. Sowohl der SMI als auch andere Börsenplätze wie etwa die Wall Street haben Einbussen erlebt wie zuletzt während der grossen Finanzkrise 2008. Regierungen und Zentralbanken hatten mit der himmelhohen Inflation zu kämpfen, die durch den Ukraine-Krieg und die strikten Corona-Massnahmen in China befeuert worden war.

(AWP/mth)