In der Schweiz wird weiter fleissig Strom gespart. Im Oktober haben Haushalte und Unternehmen deutlich weniger Strom verbraucht als sonst zu dieser Zeit üblich. Das aussergewöhnlich warme Wetter verstärkte den Spareffekt.

Im Oktober wurden in der Schweiz insgesamt 4107 Gigawattstunden Strom verbraucht. Im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrauch in den vergangen sieben Jahren im selben Monat ist dies ein Rückgang von rund 13 Prozent. Dies zeigt eine Analyse der Nachrichtenagentur AWP basierend auf der jüngsten Statistik des Netzbetreibers Swissgrid.

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Bereits im September und August war der Endverbrauch im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt rückläufig. Im Oktober hat sich dieser Trend auf hohem Niveau fortgesetzt.

Die vom Bundesrat Ende August schweizweit lancierten Massnahmen zum Energiesparen zeigen damit offensichtlich Wirkung. Unter anderem hat der Bundesrat rund 10 Millionen Franken in eine breit angelegte Kampagne mit dem Motto «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» investiert.

Wärmster Oktober seit Messbeginn

Zum niedrigen Stromverbrauch beigetragen hat auch das Wetter. Der Oktober 2022 war laut Daten von «SRF Meteo» der wärmste seit Messbeginn im Jahr 1865. Wenn es nicht so kalt ist, wird zum Beispiel weniger Strom zum Heizen benötigt.

Allein auf das warme Wetter lässt sich der gesunkene Stromverbrauch allerdings nicht zurückführen – wie auch ein regionales Beispiel zeigt. Der Energieversorger EWZ vergleicht den Stromverbrauch in der Stadt Zürich mit dem aufgrund von Wetterdaten erwarteten Verbrauch.

Insbesondere in der zweiten Oktoberhälfte war dieser um die Wetterkomponente bereinigte Stromverbrauch tiefer als erwartet. Dabei haben hauptsächlich die Zürcher Haushalte und kleinere Unternehmen Strom gespart.

Weniger Stromimporte

Während weniger Strom konsumiert wurde, ist gleichzeitig die Produktion von Strom hierzulande gestiegen. Insgesamt wurden im Oktober laut Swissgrid 5114 Gigawattstunden Strom produziert, das sind 9,4 Prozent mehr im Vergleich zum langjährigen Schnitt.

Die Schweiz importierte im vergangenen Monat deutlich weniger Strom aus dem nahen Ausland als üblich. Mit etwas mehr als 2500 Gigawattstunden Strom sind die Importe aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt um 22 Prozent gesunken. Auch die Stromexporte waren im Oktober mit etwas mehr als 2400 Gigawattstunden leicht tiefer als üblich (-5,8 Prozent).

Die Daten von Swissgrid basieren auf Angaben der 650 Stromversorgungsunternehmen in der Schweiz. Die definitive Strombilanz der Schweiz, wie sie später das Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht, kann wegen unterschiedlicher Erfassungsmethoden von diesen Daten leicht abweichen.

(awp/mth)