Der Pharmakonzern Novartis hat sich in einem potenziell milliardenschweren Deal die Rechte an einer Gentherapie des Biotechunternehmens Voyager gesichert. Die US-Firma erhält im Zuge der Partnerschaft zunächst eine Vorauszahlung von 100 Millionen Dollar von Novartis. Das schliesst den Erwerb neu ausgegebener Voyager-Aktien im Wert von 20 Millionen Dollar ein, wie Voyager am Dienstag mitteilte.

Darüber hinaus winken dem Biotechunternehmen erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 1,2 Milliarden Dollar sowie Lizenzzahlungen auf mögliche spätere Umsätze mit Produkten, die eine bestimmte Technologie von Voyager enthalten.

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Im Rahmen der Partnerschaft wollen die beiden Unternehmen bei der Entwicklung von Gentherapien für die Huntington-Krankheit (HD) und zur Behandlung von Muskelschwund (SMA) zusammenarbeiten.

Unter anderem erhält Novartis die weltweiten Rechte an einer Gentherapie von Voyager zur Behandlung von Huntington – einer seltenen vererbbaren Erkrankung des Gehirns. Die US-Firma wird dabei die präklinische Entwicklung verantworten, Novartis dann die gesamte klinische Entwicklung und spätere Vermarktung.

Voyager-Aktien springen in die Höhe

Voyager-Aktien legten nach der Nachricht im vorbörslichen Handel an der Wall Street um 35 Prozent zu. Die Gen- und Zelltherapie gilt als grosse Zukunftshoffnung im Kampf gegen verschiedene Krankheiten. Weltweit investieren Pharmariesen Milliardenbeträge in diesen Ansatz. Gentherapien zielen darauf ab, Krankheiten zu heilen, indem die fehlende oder defekte Version eines Gens in den Zellen eines Patienten durch ein intaktes Gen ersetzt wird.

Novartis selbst hat die SMA-Gentherapie Zolgensma auf den Markt gebracht, die sich der Konzern mit einer milliardenschweren Übernahme gesichert hatte und die mit einem Listenpreis von mehr als 2 Millionen Dollar für eine Einmalbehandlung als teuerste Arznei der Welt gilt.

(sda/mth)