Die Stimmung in der japanischen Wirtschaft hat sich erstmals dieses Jahr zum Positiven gewendet. Der Gesamtindex für die Stimmung der grossen Hersteller lag bei plus sechs und damit höher als im April, wie am Mittwoch aus dem vierteljährlichen Tankan-Bericht der Bank of Japan (BOJ) hervorgeht. Es war der erste positive Wert im laufenden Jahr.

Für den Tankan-Bericht im August rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg. Der Index für den Dienstleistungssektor kletterte gegenüber dem Vormonat zwar nur geringfügig auf 25, erreichte aber - angeführt von Einzelhändlern und Immobilien- sowie Bauunternehmen - seinen höchsten Stand in diesem Jahr.

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Grosse Kauflust der Japaner

Der Aufschwung des Konsums nach der Corona-Pandemie konnte laut der Umfrage der Zentralbank den globalen Gegenwind ausgleichen und weckt Hoffnungen auf ein von der Binnennachfrage getragenes Wachstum.

«Da sich das tägliche Leben nach dem Abklingen der Pandemie normalisiert hat, war die Kauflust der Kunden gross, was den Kaufhausumsätzen in städtischen Gebieten zu einem zweistelligen Wachstum verhalf», zitiert der Bericht aus dem Einzelhandel. Auch Automobilhersteller und Ölraffinerien gehörten zu den Gewinnern, da sich die Versorgungsengpässe bei Autos entspannt haben.

Inflation und schwacher Yen belasten

Andere Hersteller äusserten sich angesichts der weltweiten Inflation bei Waren und Dienstleistungen besorgt über die gestiegenen unternehmerischen Kosten. «Der schwache Yen und der hohe Rohölpreis trieben die Kosten für alles, von Rohstoffen bis hin zu Dienstleistungen, in die Höhe, was den Verbrauch beeinträchtigte», schrieb der Manager eines Lebensmittelverarbeitungsunternehmens.

Der jüngste Tankan-Bericht könnte die Spekulationen weiter anheizen, dass die BOJ mit der Normalisierung ihrer Lockerungspolitik beginnen könnte. Zentralbankpräsident Kazuo Ueda hat jedoch wiederholt das Inflationsziel von zwei Prozent bestätigt, bevor die Währungshüter eine Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik in Erwägung ziehen würden.

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(reuters/gku)