"Wir brauchen eine andere Geldpolitik, die den Nutzen auf kleine Unternehmen ausdehnt und das Wachstum in den Entwicklungsländern stärker fördert", sagte der 65-jährige Amerikaner dem "Handelsblatt" in einem Interview. Die enormen Anleihekäufe der Zentralbanken gehörten zu den makroökonomischen Wurzeln der Inflation.

Darüber hinaus seien auch der Arbeitskräftemangel in den USA und logistische Engpässe bei der weltweiten Versorgung mit Containerschiffen oder Erdgas für den Preisschub mitverantwortlich. "All dies trägt zur Inflation bei, und es sieht so aus, als ob diese Situation bis weit ins Jahr 2022, wenn nicht sogar darüber hinaus, anhalten wird", sagte er.

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Die Kritik des Weltbank-Chefs kommt kurz bevor die grossen Zentralbanken in den USA, Grossbritannien, Europa und Japan diese Woche darüber entscheiden, ob sie angesichts hoher Inflationsraten ihre Geldpolitik ändern und schneller gegensteuern sollen.

Malpass betonte, dass die Inflation vor allem die ärmsten Länder hart treffe. Zugleich warnte er vor einer globalen Schuldenkrise. "Wir haben herausgefunden, dass die tatsächliche Schuldenlast der einkommensschwachen Länder um 30 Prozent höher ist als angegeben", sagte der gelernte Ökonom.

Um den finanziellen Druck zu vermindern, forderte er im Rahmen der zum Jahresende auslaufenden Initiative zur Aussetzung des Schuldendienstes einen Zahlungsstopp für die ärmsten Länder.