Der designierte SVP-Präsident Albert Rösti ist innerhalb der Partei eine feste Grösse. Schliesslich führte er die Partei im Oktober zum Sieg bei den Nationalratswahlen. Nun soll der 48-jährige Berner die Nachfolge für den abtretenden Toni Brunner an der Parteispitze übernehmen.

Noch im Herbst war Rösti kurzzeitig als Kandidat für den Bundesrat gehandelt worden. Doch die Berner SVP nahm ihn früh wieder aus dem Rennen, da der Kanton in der Landesregierung bereits doppelt vertreten ist, und die SVP Schweiz auf ein Dreierticket mit nur einem Deutschschweizer setzen wollte.

Bei Regierungsratswahl noch erfolglos

Rösti wuchs als Jüngster einer Bergbauernfamilie in Kandersteg auf. Er liess sich zum Ingenieur Agronom ausbilden und erwarb den Doktortitel an der ETH Zürich. Regierungsluft schnupperte er von 2003 bis 2006 als Generalsekretär der bernischen Volkswirtschaftsdirektion.

Der SVP blieb er immer treu – auch als Parteifreunde austraten und die BDP gründeten. Rösti selber stieg 2010 für die bernische SVP ins Rennen um den Regierungsrat. Der Wählerschaft präsentierte er sich als pragmatischer, lösungsorientierter Politiker und als Vermittler zwischen Stadt und Land – allerdings erfolglos.

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Dafür schaffte er ein Jahr später den Sprung in den Nationalrat. So wechselte Rösti aufs nationale Parkett, ohne dass er je in ein Amt auf kantonaler Ebene gewählt worden wäre. Auch in den Ständerat konnte Rösti bei den Wahlen im Herbst nicht einziehen. Er scheiterte an den beiden Bisherigen.

Zurückhaltend und parteitreu

Zum Wahlkampfleiter der schweizerischen SVP avancierte Rösti 2013 – für viele überraschend. Zu diesem Zeitpunkt war Rösti national noch ein unbeschriebenes Blatt. Sowieso schien der freundliche, zurückhaltende Berner nicht so recht in die SVP zürcherischer Prägung zu passen.

Der Eindruck täuschte. Rösti politisiert weitgehend auf Parteilinie, wie sein Profil auf der Online-Plattform Smartvote zeigt. Auch am Samstag versprach der designierte SVP-Präsident seinen Anhängern Kontinuität. «Die Wahlversprechen brachten Erfolg und sollen umgesetzt werden,» sagte er der Nachrichtenagentur sda.

Nicht in allen Dingen erfolgreich

In der Landwirtschaft kennt man Rösti als Direktor der Schweizer Milchproduzenten. Nach sieben Jahren trat er 2013 von diesem Amt zurück, nachdem Regionalverbände seine Strategie nicht mittrugen.

Einen Rückschlag musste er auch als als Geschäftsführer des Vereins «Grün 19» hinnehmen. Er scheiterte an der Sponsorensuche – die geplante Grossausstellung musste schliesslich abgeblasen werden.

Beratungsfirma «Büro Dr. Rösti GmbH»

Heute ist Rösti nicht nur als Nationalrat und Mitglied der SVP-Spitzengremien aktiv. Der zweifache Vater ist auch Gemeindepräsident der 6000-Seelen-Gemeinde Uetendorf bei Thun und bietet seine Dienstleistungen im «Büro Dr. Rösti GmbH» an. Er berät Wirtschaftsvertreter und Politiker vornehmlich in den Bereichen Energie, Raumplanung, Umwelt und Agrarwirtschaft.

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(sda/jfr)