In den 1950er-Jahren heiratete sie Mario Merz, mit dem sie bis zu seinem Tod 2003 ­zusammenlebte. Die Galerie Monica de Cardenas in Zuoz GR zeigt derzeit die erste Galerieausstellung der Grande Dame in der Schweiz.

Als Künstlerin debütierte sie 1966 mit spiralförmigen Skulpturen aus geschnittenen Aluminiumfolien. Seit den 1980er-Jahren fertigt sie neben den Installationen auch Zeichnungen und Gemälde an. ­Aufgebaut aus kreisrunden Linien, sind in ­ihnen die stilisierten Züge von Frauengesichtern zu erkennen. Bisweilen können sie als Selbstporträts gelesen werden, öfter jedoch als anonyme und in gewisser Weise archaische Bildnisse. Die Gesichter erscheinen als urmenschliche Arche­typen, die aus einem dichten, schon fast obsessiven Liniengewebe hervortreten. Ihre Bilder kombiniert die Künstlerin oft mit schlichten alltäglichen Gegenständen, mit Materialien aus dem «wirklichen» ­Leben. Das weibliche Antlitz taucht bei ihr immer wieder auch in Form von kleinen Kopf­skulpturen auf. Aus ungebranntem Ton modelliert sie kleine Köpfe und Figuren, die sie oft mit Blattgold ­überzieht oder farbig bemalt und dann auf Fragmente von Materialien oder auf ­Gegenstände stellt.

Marisa Merz nahm mehrfach an wichtigen internationalen Ausstellungen wie der Documenta oder der Biennale von Venedig teil. 2001 wurde die Künstlerin dort mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. (ba)

Galerie Monica de Cardenas, Chesa Albertini,Via Maistra 41, Zuoz: Bis 9. Februar 2013.