Ins Glas waren seine Initialen und die seiner Frau Nancy eingraviert. Wie kann man sich das vorstellen? Fiel es nicht ein bisschen auf, als ­jemand mit diesem Riesending an der Rezeption vorbeimarschierte? «Es passierte während einer Renovierung», beschwichtigt Matt Zolbe, Marketingchef des Hotels. «Mr. Sinatra war bei uns ­Dauergast. Er liess seine Suite runderneuern. Einer der Bauarbeiter schnappte sich dabei offenbar die Glastür.» Denn die Glastür sollte auf dem Abfall landen – stattdessen tauchte sie bei einer Versteigerung wieder auf. Übrigens gibt es heute noch Leute, die als Dauergäste im «Waldorf Astoria» residieren. Also dort, wo die vornehme Park Avenue und die 50. Strasse zusammenstossen.

Nun kann man im «Waldorf Astoria» zurückgeben, was man einst geklaut hat – ohne Strafe. Das «Amnestieprogramm» stösst auf ein gewaltiges Echo. «Ich hatte aber nicht gedacht, dass wir in kürzester Zeit 300 Stücke hereinbekommen würden», wundert sich Zolbe: Silberne Löffel, Zimmerschlüssel, Untertassen, gar ordinäre Kleiderbügel. Oder eine Speisekarte, signiert vom bereits erwähnten Sinatra. Besonders interessiert ist Zolbe an ­Sachen, die vor 1960 gestohlen wurden. Denn er ist damit beschäftigt, ein Museum aufzubauen, das man im Internet ­besuchen kann. (hz)

Ab 279 Dollar für eine Person pro Nacht.