Bilanz: Ihre erste Empfehlung bei der Küche?

André Jaeger: Sich für eine Marke zu ent­scheiden. Einfach aus Servicegründen. Geräte haben die Eigenart, immer dann auszufallen, wenn niemand erreichbar ist. Die grossen Marken bieten alle einen guten Service.

Ihr persönlicher Favorit?

Ich habe mich daheim für V-Zug entschieden und bin sehr zufrieden.

Was ist unverzichtbar?

Herd, Backofen, Kühlschrank, Geschirrspüler, Schüttstein, Schränke. Viel Ablage. Damit fängt es an.

Und was ist wünschbar?

Das ist individuell: Kaffeemaschine, Aufschnittmaschine, Steamer, Wärmeschublade und Grossback­ofen sind kein Luxus.

Was ist mit Teppan Yaki?

Da rate ich eher ab. Teppan-Yaki-Platten haben eine sehr träge Hitze, die man nicht gut steuern kann. Viele Mikropartikel und Ölschwe­be­teile entweichen in die Luft. Da riecht alles nach Fett. Auch der Lavasteingrill wird wieder verschwinden. Unter dem Gesichtspunkt der modernen Ernährung sind Druckdampfgarer viel interessanter.

Und die moderne Elektronik?

Funktioniert bestens. Bei einem Cooking Center kann man die Garstufen eingeben, die Sonde ins Roast­beef stecken und in aller Ruhe einkaufen gehen.

Induktionsherde im Haushalt?

Sind bei einem Neukauf sehr wichtig. Induktion läuft ohne Wärme­erzeugung ab, sie ist viel sauberer, viel einfacher, spart enorm Strom. Voraussetzung sind aber gute Stahlpfannen mit einer hochwertigen Legierung. Ich arbeite mit Noser-Pfannen. Die sind genial, und man kann sie für 100 Franken neu beschichten lassen.

Frigidaire oder Food Center?

Ein Food Center ist fantastisch. Da würde ich nicht sparen. Auch ein Eurocave ist sein Geld wert. Eine Küche braucht durchdachten Stauraum und Lager.

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Welcher Küchenbauer?

Alle Edelküchenhersteller leisten heute hoch qualifizierte Arbeit. Das hat seinen Preis, weil alles gut durchstudiert, exzellent verarbeitet und vom Feinsten ist. Das ist Haute Couture für höchste Ansprüche.

Und die Preise?

Der Normalbereich steht unter rie­sigem Preisdruck. Im oberen Segment sind 50  000 bis 100  000 Franken schon ein rechter Betrag. Die Kunst ist eine Küche, die funk­tional, ästhetisch sowie qualitativ überzeugt und bezahlbar ist.

Persönliche Vorlieben?

Mir gefallen klare Linien, Grosszügigkeit und moderne Technik. Die ist einfach faszinierend. Allerdings: Wenn jemand von Kochen etwas versteht, kann er auf kleinstem Raum arbeiten.

André Jaeger (61) ist Koch und Inhaber der «Fischerzunft» in Schaffhausen sowie Präsident der Grandes Tables de Suisse, der Schweizerischen Vereinigung
der Spitzenköche.