• Motor: 4,4-Liter-V8
  • Leistung: 407 PS / 300 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)
  • Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h in 5 Sekunden
  • Richtpreis: 141 500 Franken

Ich gebe es gerne zu: Ich habe mich 1000 Mal oder mehr über den von Designer Chris Bangle geformten Heckbürzel beim 6er-BMW ausgelassen. Ich fand ihn hässlich. Und so unnötig wie ein Hühnerauge. Einmal habe ich sogar einen Champagner-Apéro auf dem üppigen Heck des Cabrios inszeniert, fotografiert und thematisiert. Doch die Bayern blieben cool. «So bleibt das Auto im Gespräch», hiess es. «Und das kann nicht schaden.» Ganz offensichtlich: Zwar reicht die Zahl von 55 000 verkauften Einheiten der ersten Generation des 6er-Cabrios bei BMW gerade mal für eine Randnotiz. Doch meist sind es ja Randnotizen, die das Leben lebenswert oder eben nicht machen. Und trotzdem hat sich der neue BMW-Designer Adrian van Hooydonk mit einem ganz anderen Ansatz an das Bangle-Erbe gemacht: Eleganz statt Effekthascherei, heisst das neue Motto in München. Was mit dem 7er zaghaft begann und mit dem 5er optimiert wurde, findet im Neuling seine Krönung – so sexy war ein 6er noch nie. striptease in 19 Sekunden. Vor allem oben ohne. Und das meine ich nicht sexistisch, denn der neue 6er steht ab April vorerst nur als Cabrio am Start, das zweitürige Coupé folgt im Herbst. Für den Striptease braucht der Bayer nur 19 Sekunden. Kein Wunder: Das winzige Stoffteil wirkt auf dem 4,9 Meter langen Auto wie ein Bandana auf dem Kopf von Topmodel Adriana Lima – man weiss, dass es dort ist, beachtet es aber nicht. Erst wenn der Frühling Pause macht, rückt das Stoffteil – bei BMW nennt man es Finnendach – in den Fokus und überrascht. Denn ist das Bandana gebunden und sind alle Scheiben oben, wird es im 650i so ruhig wie in einem Coupé. Nur das Trompeten der Auspuffrohre erinnert dann noch daran, dass man in einem veritablen Sportwagen sitzt. Denn wer das Topmodell 650i mit dem 4,4-Liter-V8 wählt, geniesst zwar das sorgenfreie Cruisen, weiss aber dank der prächtigen Soundkulisse, dass unter der lang gezogenen Haube etwas Böses schlummert. Trotz einem Leergewicht von über zwei Tonnen spurtet das Cabrio in knapp fünf Sekunden auf Tempo 100. Und das, dank der famosen Acht-Gang-Automatik und den 407 PS, ohne den Fahrer auch nur im Geringsten zu fordern. Fazit: Sorgte der Vorgänger mit seinem Design für wahre Religionskriege unter den BMW-Fans, kehrt nun Ruhe ein. Jede Linie sitzt, die Proportionen entsprechen dem Einmaleins eines luxuriösen Sportwagens. Klassische Haute Couture hiesse das auf dem Laufsteg. Wenn später noch ein sportlicher Diesel dazukommt, wird der Schönling auch in Europa ein Renner. Wetten? www.bmw.ch/6series

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