Ende des 19.  Jahrhunderts, als Buenos Aires wegen der Einwandererströme vor allem aus Italien aus allen Nähten platzte, entschieden die Mächtigen Argentiniens, ihr Land brauche eine strahlendere Hauptstadt. Die Vision war, neben Paris, Madrid und London als Weltklasse-­Metropole dazustehen. Die Banken hatten Geld, die Leute strotzten vor Unternehmergeist, sodass ab 1890 die Stadt total­erneuert wurde. Breite Boulevards im Haussmann-Stil, ein brandneuer ­Hafen à la Londoner Docks, berauschende Parks im Stil des alten Rom, ein prachtvoller Bahnhof sowie grandiose Bürgerhäuser, Denkmäler und Verwaltungspaläste waren die Folge.

Doch goldene Zeiten haben das so an sich: Irgendwann sind sie vorbei. Ab den dreissiger Jahren gab sich die City der Wehmut über vergangene Grandeur hin. Der einst fröhliche Tango wurde zum melancholischen Tanz.

Bis heute ist der Tango der wichtigste kulturelle Export. Doch ähnlich wie Evita, Maradona und argentinische Steaks vernebelte dieses Klischee die Wahrnehmung von Buenos Aires. Trotz Finanzkrise sind die Menschen dieser grossartigen, freundlichen und überschaubaren Stadt heute voller kreativer Energie. Die Urbanisation der Hafenanlage von Puerto Madero ent­wickelt sich vorbildlich.

Fast täglich öffnen neue Bars und Restaurants in den Stadtvierteln Palermo und San Telmo. Die Kunst- und ­Modeszene gilt als die wichtigste in ­Lateinamerika. Die Palette an High-End-Hotels ist enorm, internationale Ketten glänzen mit dem Palacio Duhau Park Hyatt oder dem Four Seasons Buenos Aires. Unabhängige Hotel­perlen sind das extravagante Faena ­Hotel + Universe, das puristische ­Madero und das liebenswürdige Edel-Guesthouse Bo-Bo.

Bei den Restaurants punkten das Patagonia Sur (Bohème-Chic), das Sucre (Industriecharme) und das Casa Cruz (Avantgarde-Gourmet). Nett zum Mittagessen sind das schlicht-schöne Mott, das skandinavisch angehauchte ­Olsen und das New-York-Style-Bistro Novecento – alle drei im Palermo-Viertel gelegen.

Am besten spürt man Buenos Aires spätabends. «Buenas noches» bedeutet hier nicht «Gute Nacht», sondern dass nun die Nacht beginnt. Etwa in der Gran Bar Danzón (Wein und Cocktails), dem Pacha (Mega-Tanztempel) und der Confitería Ideal (Tangoklassiker).

Hotels: 
Four Seasons Buenos Aires, www.fourseasons.com/buenosaires, DZ ab 395  $ 
Faena Hotel + Universe, www.faenahotelanduniverse.com, DZ ab 350  $ 
Madero, www.hotelmadero.com, DZ ab 200  $ 
Bo-Bo, www.bobohotel.com, DZ ab 165  $

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Lunch: 
Mott, El Salvador 4685, Tel. (0054 11) 4833 4306 
Olsen, Gorriti 5870, Tel. 4776 7677 
Novecento, Báez 199, Tel. 4778 1900, www.bistronovecento.com

Dinner: 
Sucre, Sucre 676, Tel. 4782 9082, www.sucrerestaurant.com.ar

Casa Cruz, Uriarte 1658, Tel. 4833 1112

Nightlife: 
Gran Bar Danzón, Libertad 1161, Tel. 4811 1108, www.granbardanzon.com.ar
Pacha, Av. Costanera Norte y Pampa, Tel. 4788 4280, www.pachabuenosaires.com