Seit je sind Autos aus Frankreich gegen ihre aleman­nische Konkurrenz ange­treten, gar nicht so selten übrigens mit beachtlichem Erfolg. Wie im Sport gehört dieser automobile Concours zu den Klassikern: Auf der einen Seite die akkuraten Deutschen, die davon ausgehen, von Natur aus die Besten zu sein; auf der anderen Seite die Franzosen, die zwar dasselbe Ziel verfolgen, aber alles etwas gelassener und gewiss auch nonchalanter nehmen.

Mit dem Modell Peugeot 208, das dieses Jahr frisch aufgelegt in verschiedenen Versionen angeboten wird, hat sich die französische Marke an die heute allgemein gültige Regel gehalten, dass preisgünstige Kompaktwagen nicht nur sicher und komfortabel, sondern zudem gut ausgerüstet sein müssen.

Viel Auto zu attraktiven Preisen

Vorleben tun dies nicht allein die deutschen Mitbewerber. Vor allem die Koreaner – besonders Kia und Hyundai – bieten auf ­diesem Sektor viel Auto zu sehr attraktiven Preisen. Dem wollen die Franzosen Paroli bieten, wobei es aber mit ­einer umfangreichen Serienausstattung allein keineswegs getan ist. Deshalb lässt sich der 208 von Peugeot mit zusätzlichen Ausrüstungspaketen – als kostenpflichtige Optionen erhältlich – nach dem Gusto des jeweiligen Kunden erweitern.

Die Franzosen verfolgen eine ähnliche Strategie, wie sie jüngst Kia eingeschlagen hat. Zu ihrer GT Line gehören Sportsitze, verziert mit roten Nähten. Diese sind, ebenso wie die gleichfarbigen Klarlackeinlagen, fester Bestandteil des Innendesigns. Die sportliche Optik unterstreichen aus-serdem ein in der unteren Hälfte abgeflachtes Lederlenkrad, Aluelemente für die Pedalerie und das Armaturenbrett. Das dadurch entstandene Gesamtbild des Innenraums vermittelt einen gewissen sportlichen, modischen Chic – französisch eben.

Aufwertung durch die GT Line

An der Karosserie macht sich die GT Line eher dezent bemerkbar, beispielsweise durch verchromte Umrahmungen der Seitenfenster, durch ein verchromtes Auspuffrohr sowie durch den GT-Line-Schriftzug auf den vorderen Kotflügeln, der Heckklappe sowie im breiten, rot-schwarz gerippten Kühlergrill. Da fallen die 17-Zoll-Alufelgen mit fünf Doppelspeichen schon stärker auf. Verzichtet haben die Designer auf deutlich verbreiterte Radkästen, die meist mit der Bezeichnung GT assoziiert werden und dem Wagen ein aggressiveres Aussehen gegeben hätten.

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Peugeot kombiniert in dieser Linie eine hochwertige, auf sportlich getrimmte Ausstattung mit einem sparsamen 1,2-Liter-Benziner mit 110 PS Kraft. Hohe Leistung steht also nicht im Vordergrund. Zur Auswahl steht zudem ein 1,6-Liter-Dieselmotor in zwei Leistungsstufen (110/120 PS, BlueHDi-Technologie). Ottomotor wie Selbstzünder sind mit Start-Stopp-Automatik versehen, was den Verbrauch zusätzlich optimiert. Neu in der Motorenpalette findet sich ein Dreizylinder-Turbobenziner (110 PS).

Ein hohes Sicherheitsniveau

In den Kleinwagen können auf Wunsch eine Rückfahrkamera, ein Park- sowie ein Bremsassistent (Active City Brake) eingebaut werden. Letzterer – eine Premiere in diesem Fahrzeugsegment – wurde zur Verminderung schwerer Verletzungen konzipiert und wirkt im Stadtverkehr bis 30 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Im Notfall bremst der Assistent das Auto bis zum Stillstand, falls der Fahrer bei Kollisionsgefahr nicht reagiert.

Der Peugeot 208 ist ein typischer Franzose, in erster Linie ein Auto zum Wohlfühlen. Wer es gern etwas sportlicher mag, der wird bei den GTi-Modellen fündig. Sie bieten Motoren mit unterschiedlichsten Leistungsstufen bis knapp über 200 PS an. Lieferbar ist der 208 als Drei- oder Fünftürer. Die Listenpreise wurden erst kürzlich um bis zu 11 Prozent reduziert. Der getestete 208 GT Line (5-Türer) kostet nach Abzug aller Rabatte 25 900 Franken. Die Preise (Basismodell) beginnen bei 13'900 Franken, bei einem Modell, das in der Schweiz kaum Anhänger findet.

Peugeot in der Schweiz

Verkäufe
2015 wird ein gutes Jahr für Peugeot. Rund 13 Prozent liegen die Immatrikulationen hierzulande bisher im Plus. Bis Ende 2015 könnten die Franzosen die 12 000er-Marke überspringen. Bis zum Resultat des Rekordjahres 2010/11 mit 15 000 verkauften Einheiten ist es aber noch weit.

CO₂-Emissionen
Die für die Politik so wichtigen Abgaswerte liegen nach Werksangaben, je nach Aggregat, zwischen 79 (Diesel) und 103 Gramm/Kilometer. Der 1,2-Liter-Benziner im 208 GT Line schafft es auf der Schweizer Verbrauchsskala in die Kategorie A.