Sein Handicap am meisten verbessern, sprich herunterspielen, konnte 2016 Beat Sigg, Chef der Vic­toria-Jungfrau Collection. Mit vier Turnieren verbesserte er sein Handicap um insgesamt 6.5 Schläge. Knapp hinter Sigg folgen Ypsomed-Chef Willy Michel und CSS-Ex-CEO Georg Portmann. Bemerkenswert ist die Handicap-Verbes­serung bei Willy Strothotte. Der frühere Glencore-Chef steigerte sich gleich um vier Schläge auf ein sehr sportliches Handicap von 11.7.

Auf dem dritten Platz des Rankings liegt, wie im vergangenen Jahr, 
Thomas Gottstein, Schweiz-Chef der Credit Suisse. Quasi in einer anderen Liga golft Dominik Senn. Wie im Vorjahr ist der Chef des Sportvermarkters 4sports mit einem Handicap von plus 2.0 der beste Golfer auf der Liste. Bei normalen Handicaps werden einem Spieler Schläge abgezogen. Der Ex-Topskifahrer Senn golft so gut, dass ihm Schläge berechnet werden, die er gar nie ausgeführt hat. Das gilt auch für Lisa Baumgartner, die einzige Frau auf der «Bilanz»-Liste mit einem Plus-Handicap (+0.7).

Fast ausschliesslich Männer

Insgesamt stehen 393 ­Namen auf der Übersicht. Dabei fällt auf, dass die Golf spielenden Führungskräfte noch immer fast ausschliesslich Männer sind. Nur 21 Frauen erscheinen auf der Liste. Tatsächlich zeigen die offiziellen Mitgliederzahlen bei den Schweizer Golfclubs aber ein anderes Bild: Von den über 90'000 Golfern sind gut 36 Prozent weiblich. Mit diesem Spitzenwert ist die Schweiz für einmal deutlich fortschrittlicher, als viele erwarten würden. In Schottland, dem Mutterland des Spiels, liegt der Frauenanteil bei bloss 16 Prozent. Noch gibt es einzelne Clubs, die keine Frauen als Mitglieder aufnehmen möchten.

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Nicht nur Schottland gibt sich teilweise konservativ: In Tokio werden 2020 die Olympischen Spiele ausgetragen, zum zweiten Mal in der Neuzeit mit Golf als vollwertigem Sport. Der als ­Austragungsort vorgesehene Kasumigaseki Country Club weigerte sich, Frauen als vollwertige Mitglieder aufzunehmen. Das Olympische Komitee macht Druck und droht, einen anderen Platz für die Turniere zu suchen.

Bis zu den Spielen in Tokio läuft die Kommunikations-Kampagne des Schweizerischen Golfverbandes «Golf – it’s magic!», mit der insbesondere Frauen und Familien angesprochen werden sollen. Trotz erster Erfolge – auf die «Bilanz»-Liste hat sich die Kampagne noch nicht ausgewirkt: Unter den zwölf neuen Namen findet sich keine einzige Frau.