Mythos 1: Abfallsäcke werden in den Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) vor der Verbrennung sortiert.
Falsch! Abfallsäcke werden genau so verbrannt, wie sie in die KVA geliefert werden. Und mit ihnen auch allfällige Stoffe, die definitiv nicht in einen «Güselsack» gehören, wie etwa Batterien, PET-Getränkeflaschen, Glasflaschen oder Aludosen.
(Quelle: VBSA)

Mythos 2: Das nach Farben getrennt gesammelte Altglas wird beim Einschmelzen wieder zusammengeschüttet.
Falsch! Es wird nichts zusammengeschüttet. Im Gegenteil! Die farbliche Trennung bei den Glassammelcontainern ist notwendig, weil vor allem bei braunen und weissen Glasverpackungen keinerlei Fremdfarben toleriert werden. Etwas ­weniger heikel ist grünes Glas, darum können unklare Farbtöne sowie rote und blaue Farbtöne zum Grünglas gegeben werden.
(Quelle: VetroSwiss)

Mythos 3: Splitter von Aludosen können Kühe töten.
Falsch! Verschiedentlich wurde in Medien publik, dass Kälber und Kühe vermutlich durch Splitter von Aludosen, welche während des Grasens, Heuens oder Emdens zerkleinert wurden, verendet sind. Laut Aussagen verschiedener Veterinärmedi­ziner sind aber nicht zerkleinerte Alu­dosen das Problem, sondern hauptsächlich Nägel oder Drähte, welche die Magenwand perforieren und in die Bauchhöhle stechen. Auch Tierkadaver und Hundekot können während der Ernte ins Futter gelangen und tödliche Folgen für die Tiere haben. Adrian Steiner, Leiter Nutztier­klinik am Departement für klinische Veterinärmedizin der Universität Bern, im «Schweizer Bauer» vom 12. März 2016: «Aluminiumteile sind zu weich, als dass sie im Kuhmagen Schaden anrichten könnten. Sie können die Magenwand nicht perforieren und werden somit in den ­Vormägen der Kuh verdrückt.» Nichtsdestotrotz gehören leere Aludosen in den Sammelcontainer und nie auf Viehweiden.

Mythos 4: Altmetall im Haushaltabfall ist kein Problem, da diese Stoffe einfach aus der Kehrichtschlacke zurückgewonnen werden können.
Falsch! Technisch ist es zwar möglich, ­Metalle aus der Kehrichtschlacke zurückzugewinnen, weitaus sinnvoller ist es ­jedoch, diese über die Separatsammlung zu entsorgen. Während des Verbrennungsvorgangs in den KVA wird die Qualität der Metalle derart vermindert, dass sich diese oft nicht mehr für eine gleichwertige ­Wiederverwertung eignen. Grössere Metallteile stellen zudem für den Verbrennungsprozess eine Gefahr dar, indem sie den Einfülltrichter des Verbrennungsofens der KVA verstopfen oder den Schlackenaustrag behindern.
(Quelle: IGORA)

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Mythos 5: Über die PET-Getränke-flaschen-Sammlung kann ich auch weitere PET-Produkte und andere Plastikgebinde entsorgen.
Falsch! In die blau-gelben PET-Sammelbehälter gehören nur PET-Getränke­flaschen. Öl-, Essig- oder etwa Waschmittelflaschen aus PET haben darin nichts verloren. Sie bestehen zwar aus dem­selben Material, sie können jedoch aus Qualitäts- und Hygienegründen für die Verwertung als Getränkeflaschen nicht ­gebraucht werden. Auch andere Plastikflaschen oder Gebinde, zum Beispiel aus PE, gehören nicht in die PET-Getränke­flaschen-Sammlung, sie müssen im Verwertungsprozess mit grossem Aufwand von Hand wieder aussortiert werden. Für diese Plastikflaschen gibt es im Handel bei Migros und Coop eigens ein separates ­Einwurfloch mit der Bezeichnung «Plastikflaschen».
(Quelle: PET-Recycling Schweiz)

Mythos 6: Ein paar wenige Batterien im Abfallsack sind kein Problem, dafür muss man nicht extra zur Sammelstelle.
Falsch! Batterien gehören nicht in den Haushaltabfall. Von Gesetzes wegen bestehen in der Schweiz für Batterien sowohl eine Rückgabe- als auch eine Rücknahmepflicht. Konsumentinnen und Konsumenten müssen die Batterien bei den vorgesehenen Sammelstellen entsorgen oder in die Verkaufsgeschäfte zurückbringen. Diese sind ihrerseits verpflichtet, Batte­rien zurückzunehmen. Gebrauchte Batterien und Akkus weisen einen hohen Anteil an wiederverwertbaren Materialien auf. Diese werden im Recyclingprozess zurückgewonnen, wodurch wertvolle Ressourcen erhalten bleiben. Gleichzeitig lässt sich so vermeiden, dass toxische Schwermetalle wie Kadmium oder Blei in die Umwelt gelangen.
(Quelle: INOBAT)

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Mythos 7: Die KVA brauchen bei der Verbrennung Zeitungen und PET-Flaschen, weil sie sonst Heizöl einspritzen müssen, um auf die nötigen Temperaturen zu kommen.
Falsch! In den KVA werden weder zusätzliche PET-Flaschen noch Zeitungspapier und schon gar kein Heizöl gebraucht, um die Abfälle optimal verbrennen zu können. Die Zusammensetzung des üblichen Haushaltabfalls reicht dafür schon bestens. Mit einem Heizwert von zirka 11 bis 12 Megajoule (MJ) pro Kilogramm brennt der Siedlungsabfall etwa gleich gut wie trockenes Holz (Wassergehalt 20 Prozent), das über einen Heizwert von 8 bis 13 MJ/kg verfügt.
(Quelle: VBSA)

Mythos 8: Haushaltabfall lässt sich problemlos auch im eigenen Cheminée verbrennen.
Falsch! Abfälle im Cheminée oder im ­Garten zu verbrennen, ist nicht nur illegal, sondern vor allem gesundheitsschä­digend. Es können giftige und aggressive Abgase entstehen, wie zum Beispiel Dio­xine (Seveso-Gift) oder Furane. Wer den Abfall trotzdem auf eigene Faust verfeuert, gefährdet nicht nur sich selbst und seine unmittelbare Umwelt, sondern muss auch mit einer Busse oder Strafanzeige rechnen.
(Quelle: VBSA)

Mythos 9: Aus wiederverwerteten PET-Getränkeflaschen werden nur minderwertige Produkte hergestellt.
Falsch! Zu 63 Prozent werden die gesammelten PET-Getränkeflaschen genau ­wieder zu dem, was sie waren: Rohstoff für neue PET-Getränkeflaschen. Auf diese Weise wird in der Schweiz ein geschlossener Flaschenkreislauf erreicht. Der Rest des gewonnen Materials kommt in Sekundärmärkten zum Einsatz, zum Beispiel als Verpackungsmaterial, als Textilien oder als Füllstoffe.
(Quelle: PET-Recycling Schweiz)

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Mythos 10: Es braucht Glasflaschen im Abfallsack, weil Glas die Schlacke der KVA verbessert.
Falsch! Altglas verbessert die Kehrichtschlacke überhaupt nicht. Die Scherben gelangen unverändert in die Schlacke, welche deponiert wird. So beanspruchen sie un­nötig viel Deponieraum, was teuer ist. Viel besser wäre es, wenn aus Glas wieder neue Glasflaschen entstehen könnten. Darum gehören Glasflaschen in die Recyclingstation und nicht in den Abfallsack.
(Quelle: Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt Basel-Stadt/Amt für Umwelt und Energie)

*Patrik Geiselhardt, Geschäftsleiter, Verband Swiss Recycling, Zürich.