Das Auto ist dazu da, bequem von einem Ort zum andern zu fahren – so formuliert es der Volksmund. Doch das trifft nicht immer zu. Autos können, dürfen, sollen, ja müssen auch Spass machen. Das ist zwar politisch nicht ganz korrekt, entspricht aber einem Bedürfnis. Als reines Fortbewegungsmittel wäre der Opel Adam S zu schade, ist er doch nicht einfach ein Transportmittel, sondern – das ganz besonders – ein veritables Spassmobil.

Sein Ausgangspunkt, die Grundversion des Opel Adam, rollte letztes Jahr auf die Märkte. In der Basisausführung ist der Adam bereits ab 14'450 Franken zu haben (diverse Rabatte inklusive). Aus ihm sind – man nehme seine Rippe – die Varianten Adam Rocks oder eben der sportliche Adam S entstanden. Mit dieser Modellfamilie deckt Opel ein breiteres Kundenspektrum ab, was üblicherweise mit einem Kleinwagen nicht ganz einfach ist. Familien mit Kindern fallen aus Platzgründen durch den Raster, ebenfalls ältere Käufer, mögen diese doch nicht unbedingt in ein Fahrzeug mit Sportwagenabmessungen einsteigen. Als Zielgruppen bleiben ein jüngeres Publikum, Einzelpersonen oder Familien, die sich einen kleinen Zweitwagen – vorzugsweise für den Verkehr in urbanen Gebieten – leisten können.

Opel braucht positive Meldungen

Mit dieser Verkaufsphilosophie hofft Opel auf den lange ersehnten Erfolg, denn positive Meldungen sind genau das, was die Marke aus Rüsselsheim dringend braucht. Das vor allem als Korrektur des Kriechgangs unter der Fuchtel der amerikanischen Muttergesellschaft General Motors (GM). Diese hatte mit dem Gedanken gespielt, ihre europäische Traditionsmarke Opel durch Chevrolet zu ersetzen.

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Aber es ist anders gekommen. Nach Hunderten von Millionen Dollar Investitionen wurde Chevrolet nach einer nur schwer nachvollziehbaren Entscheidung, gefällt in Detroit, vom europäischen Markt genommen, Opel hingegen durfte bleiben und eine ­Modelloffensive starten. Ein Ergebnis dieses Neuanfangs ist der Opel Adam.

Ein frecher, rotziger Auftritt

Mit dessen S-Version hat der deutsche Hersteller eine sportlich orientierte Klientel im Visier, die nicht einfach mit dem grossen Strom mitschwimmt, sondern dabei auch Spass haben will. Vergnügen wohlgemerkt nicht in dem Sinn, einfach auf die Tube zu drücken und es so richtig krachen zu lassen. Sondern in dem Sinn, ein Auto mit flippigen Lackierungen, auffallenden Designmerkmalen und – teilweise als Option – einem feschen Interieur als Transportmittel zu benutzen. Lifestyle eben.

Als Antriebe dienen der Adam-Familie fünf Motoren, interessanter­weise alles Benziner, dafür mit kleinem Hubraum und ausgesprochen verbrauchsgünstig. Opel zeigt, wie auch die Konkurrenz, was heute im Motorenbau alles möglich und in den letzten Jahren erreicht worden ist. Für die sparsamsten Varianten des Adam kommen zwei 1-Liter-Dreizylinder zum Einsatz, die bemerkenswerte Leistungen von 90 und 115 PS auf die Strasse bringen. Ihr Lauf, sauber und erschütterungsfrei, ist kaum zu unterscheiden von einem Vierzylinder, ­ausser dass sie bis zu 1 Liter weniger Treibstoff auf 100 Kilometer schlucken (Tiefstwert 4,2 Liter).

Der kleine Adam wird zum Sportler

Im Adam S hingegen ist ein Vierzylinder-Turbo-Aggregat verbaut. Dieses bringt immerhin 150 PS auf die Vorderräder. Damit wird der kleine Adam S zum Sportler, dessen Leistung sich durchaus als zeitgemäss und damit nicht überrissen einstufen lässt. Dennoch werden ein sparsamer Verbrauch und tiefe CO₂-Emissionen ermöglicht. Dank seiner Motorkraft, den kompakten Abmessungen (3,69 × 1,72 × 1,49 Meter) und einem ausgefeilten Sportfahrwerk macht das Fahren mit Opels Kleinem richtiggehend Vergnügen, ohne dass man über die Stränge schlagen muss.

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Der Adam S kann mit Zweifarbenlackierung bestellt werden. In Schwarz (Karosserie) und Rot (Dach mit Heck­spoiler) garantiert der Wagen zudem für Aufsehen. Dieses Vergnügen ist ab 23'200 Franken zu haben.

Der Adam S

Interieur: Schalensitze und kurzer Schalt­hebel vermitteln Sportwagen-Feeling.
Lackierung: Der zweifarbige Auftritt sorgt für ungewohnt freches Auftreten.
Motor: Aus 1,4 Litern Hubraum werden sportliche 150 PS herausgeholt.