Das Jahr 2015 ist in mehrfacher Hinsicht ein Meilenstein für Land Rover mit seinen Modellen Defender, Discovery, Evoque und Range Rover. Erstens wurde kürzlich der Freelander, ein Geländewagen der mittleren Baureihe, durch den Discovery Sport ersetzt. Zweitens ist ein noch einschneidenderes Ereignis zu verzeichnen: Die Legende der Marke Land Rover, der Defender, geht Ende 2015 nach 67 Jahren in Pension.

Seine Karosserie basiert auf einer Rahmenkonstruktion und genügt deshalb den heutigen Sicherheitsbedürfnissen längst nicht mehr, weil es sozusagen unmöglich ist, Knautschzonen einzubauen.

Produktionsende für den Defender

Das Produktionsende für den Defender, ein epochales Ereignis, ist für Land Rover eine Zäsur. Das Fahrzeug war zuerst für das Militär und für die Landwirtschaft gedacht. Seine Karosserie zeichnete sich durch Ecken und Kanten aus. Von Design zu reden wäre nach heutigen Massstäben übertrieben.

Aber der Urvater dieser Modellreihe mauserte sich mit seinen klobigen Formen im Laufe der Jahrzehnte zum Liebling, ja auch zum Lifestyle-Auto einer grossen Fangemeinde rund um den Erdball. Was beweist, dass Faszination nicht unbedingt etwas mit Schönheit zu tun haben muss. Wohl aber mit besonderen Fähigkeiten wie Geländetauglichkeit. Bereits die erste Land-Rover-Serie war kaum weniger geländegängig als beispielsweise der neue Discovery Sport.

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Der Nachfolger kommt gut an

Wer nach dem Ausscheiden des Defender der Marke Land Rover treu bleiben will, wem jedoch die grösseren Modelle wie beispielsweise der Range Rover zu überdimensioniert oder der kleinere Evoque zu unpraktisch sind, der findet im neuen Discovery Sport mit permanentem Allradantrieb eine willkommene Alterna­tive. Der Wagen wurde in der Schweiz bisher etwas mehr als 450-mal bestellt. Als Antrieb kommen 2-Liter- oder 2,2-Liter-Vierzylinder-Vollaluminum-Turbo-Dieselaggregate mit zwei Leistungsstufen von 150 oder 190 PS (ab Herbst mit 180 PS) zum Einsatz. Erhältlich ist zudem ein Vierzylinder-Turbo-Benziner (240 PS).

Der Mindestverbrauch (EU-Zyklus) wird für zwei Varianten mit 4,9 Liter/100 Kilometer, der CO2-Wert mit jeweils 129 Gramm/Kilometer angegeben. Damit liegt dieser gar unter der vorgeschriebenen EU-Norm von 130 Gramm/Kilometer. Auch die Werte der anderen Dieselversionen überschreiten mit 129, 134 und 139 Gramm/Kilometer nur knapp den vorgeschriebenen EU-Wert. Für die beiden mit dem Vierzylinder-Turbo-Benziner angetriebenen Fahrzeuge lauten die Werksangaben 8,0 bzw. 8,3 Liter/100 Kilometer und 191/197 Gramm/Kilometer für den CO2-Ausstoss. Im täglichen Verkehr werden allerdings keine der genannten Werte erreicht. In der Stadt fliessen schnell einmal 8 bis 10 Liter Diesel oder Benzin in die Zylinder. Als Kraftübertragung dient entweder ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder ein Neun-stufen-Automat. Ab Herbst 2015 wird zudem ein besonders sparsamer Zweiliter-Diesel nachgeschoben.

Reichhaltige Ausstattung

Die Ausstattung der neuen Discovery-Reihe ist bereits in den Basisversionen reichhaltig. Als Option kommt unter anderem – erstmals im SUV-Segment – ein Fussgänger-Airbag hinzu. Weitere technische Highlights sind eine automatische Start-Stopp-Automatik, ein Head-up-Display, ein Infotainment-System mit Touchscreen-Bedienung oder Niederquerschnitt­reifen auf 20-Zoll-Felgen. Aus­serdem schneidet der Discovery im Euro-NCAP-Crashtest mit der Bestnote (5 Sterne) ab.

Noch ein Wort zur Karosserie. Sie ist runder geworden und folgt damit leider dem Mainstream. Die Designer haben es wohl etwas zu gut gemeint, denn einem Geländewagen stünden einige Kanten besonders als Blickfang gut an, wie das Beispiel des Defender beweist. Zudem sind für die Fahrt ins Gelände keinesfalls Felgen mit Niederquerschnittreifen empfehlenswert. Wenn man mit diesem Wagen überhaupt ins Gelände will.