Der neue Kompaktwagen steht in der Schweiz seit kurzem bei den Händlern. Dort sorgt er für ­Furore. Kia setzt konsequent die Strategie des sogenannten Downsizing der Motoren fort, um den Flottenverbrauch und auch den CO₂-Ausstoss zu senken. Die Koreaner entwickelten dafür den jetzt eingeführten Turbobenziner, weil mit lediglich 1000 Kubikzentimetern Hubraum und drei Zylindern ein Diesel dann doch nicht sanft genug laufen würde.

Obwohl klein im Hubraum, ist das Aggregat mit 120 PS ein Kraftpaket. Mit dieser Leistung lässt sich flott – und mindestens so wichtig – komfortabel fahren. Erstaunlich eigentlich, denn die Dreizylindertechnik galt vor noch nicht allzu langer Zeit für die Kunden als unzumutbar, liess sich doch der raue Lauf nur schwer unter Kontrolle bringen. In den letzten ­Jahren sind Dreizylinder aber, dank ­einem hohen technischen Aufwand allerdings, doch noch salonfähig geworden.

Manierliche Geräuschentwicklung

Heute geben sie sich während des Fahrens in Sachen Geräuschentwicklung sehr manierlich und laufen rund. Ohne eine Verfeinerung des elektronisch gesteuerten Motoren­managements wäre das kaum möglich gewesen. Mit Elektronik lässt sich eben nicht nur schummeln ... Damit wären wir, was den Motor betrifft, beim Kern der Sache: Das Werk spricht von 4,9 Litern Durchschnittsverbrauch.

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Vor dem Hintergrund des VW-Abgas­skandals muss erneut ganz klar darauf hingewiesen werden, dass dieser niedrige Wert nach dem EU-Fahrzyklus auf dem Rollenprüfstand erreicht wurde. Daraus wird auch kein Geheimnis gemacht. Auf der Strasse, im täglichen Start-Stopp-Verkehr, können spontan auch mal 6 Liter pro 100 ­Kilometer in die Zylinder fliessen – auch beim Cee’d. Die CO₂-Emission erreicht laut Hersteller 115 Gramm/­Kilometer und liegt damit deutlich ­unter den von der EU geforderten 130 Gramm. Genaueres über die Abgasemissionen lässt sich wohl erst wieder sagen, wenn die EU neue Standards mit Messungen auf der Strasse eingeführt hat.

Hochwertige Ausstattung

In der Ausstattung bietet Kia für die neue Cee’d-Modelle auf Wunsch die GT-Linie an. Sie zeichnet sich durch eine sportliche Optik aus, im Interieur zum Beispiel mit einer Pedalerie aus Aluminiumelementen. Blickfang am Armaturenbrett sind die in Chrom eingefassten Instrumentenanzeigen, die Luftschlitze sowie Bedienknöpfe. Das alles macht einen richtig edlen Eindruck, was keineswegs selbstverständlich ist in dieser Klasse.

Der sportliche Look kostet aber im GT-Paket zusätzlich 1'350 Franken. Generell, also auch in der Standardausführung, hinterlässt die Innenausstattung einen hochwertigen Eindruck. Die Koreaner haben es erfolgreich vermieden, den Eindruck einer Plastikwelt entstehen zu lassen. Auf der technischen Seite steht als Option ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Stufen zur Verfügung, allerdings zurzeit lediglich für das Top-Modell, den 1,6-Liter-­Turbodiesel.

Es muss etwas mehr sein

Design und Fahrkomfort haben ­einen besonderen Stellenwert im Segment der Kleinen und Kompakten, weil ein Grossteil der Käuferinnen und Käufer sich nicht einfach eine Schuhschachtel mit niedrigem Verbrauch für möglichst wenig Geld wünscht. Es muss etwas mehr sein.

In der Schweiz entfallen auf die Cee’d-Reihe ungefähr 30 Prozent der ­Kia-Verkäufe. Rund 40 Prozent aller aus­gelieferten Fahrzeuge werden mit ­Automatikgetriebe bestellt. Die Marke ­hatte in den letzten zwölf Monaten stark unter Direktimporten zu leiden. Doch jetzt sei sie dank neu ausgehandelten Preisen mit dem Werk, so ­Michel Rutschmann, Kia-General­direktor Schweiz, um einiges weniger mit ­Direktimporten konfrontiert.

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Die Preise beginnen für den 1-Liter-Dreizylinder bei 22'750 Franken (Variante Trend, 3-türig, 6-Gang-Schaltgetriebe). Für den Sportswagon (Kombi) werden zusätzlich 1'000 Franken fällig. Das Top-Modell, der 1,6 Liter Turbodiesel mit dem 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe, kostet 28'950 Franken.