Noch bis zum 27. April zeigt die Galerie Haas in Zürich die Ausstellung «Momentum», in der sechs Lichtreliefs von Max Frisinger (geb. 1980 in Bremen) Bildern des kürzlich verstorbenen Otto Piene sowie von Lucio Fontana gegenübergestellt werden. Die Vorarbeit für Frisingers Lichtreliefs, die alle Anfang 2015 beendet worden sind, begann 2014 in Zürich, wo der Künstler einige Monate lang ein Atelier in Schlieren hatte.

Frisinger bewegt sich konzeptionell zwischen Marcel Duchamp und John Cage. Die Hauptelemente, die er benutzt, entstammen alltäglichem Baustellenmaterial. Die Art ihrer Zusammenstellung zeugt von seinem minimalistischen Werkverständnis, doch erarbeitet der Künstler ­daraus eine neue Form von Relief, das die Dimensionen von Raum und Zeit zu sprengen scheint.

Edle Billigwerkstoffe

Im Drang nach potenzieller Unendlichkeit, nach dem Hellen im Dunklen, nach Mass- und Regellosem innerhalb vorgegebener Grenzen sind die Werke einer Art Romantik verpflichtet, die jedoch nichts mit Sentimentalität zu tun hat. Der Ursprungsgedanke der Netze, nämlich das Abgrenzen von Baustellen und das Sichtbarlassen von Zonen jenseits unseres Aktionsraumes, wird sozusagen von der Realität in die Kunst übertragen.

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Die Billigstwerkstoffe suggerieren in der Kombination mit Licht nun Edles und Wertvolles. Neben Frisingers Arbeiten werden zwei Rasterbilder von Otto Piene aus den Jahren 1957/83/86 gezeigt und ein «Concetto Spaziale, teatrino» von Lucio Fontana von 1966. Ähnlichkeiten und Unterschiede der drei Künstler unterstreichen das «Momentum» in der Kunst, das sich auf die Weiterführung konzeptioneller Ansätze über Generationen hinweg bezieht.

Galerie Haas, Zürich; bis 27. April 2015