Menschen und Autos haben eines gemeinsam: Sie entwickeln sich. Bei Menschen liegt das an der Bio­logie, bei Autos meist an den Bedürf­nissen der Nutzer nach immer mehr Platz. Auch bessere Beschleunigung ist gefragt. Doch damit ist das heute so eine Sache. Geschwindigkeit gilt gegenwärtig nicht zwingend als politisch korrekt. Grösse hingegen lässt sich (noch) gut verkaufen, benötigen doch Familien ­gewissen Raum im Fahrzeug. Man darf allerdings bei der Realisierung dieser Ansprüche nicht übertreiben – schon deswegen, weil es immer schwieriger wird‚ wirklich «grosse Kisten» in der Stadt zu parkieren.

Da liegt der BMW X1 mit einer Länge von 4,35 Metern gerade richtig im Trend und geht bei der heutigen politischen Stimmung noch als sozialverträglich durch. Seine Karriere begann er als ­kleiner SUV; bei den Bayern heisst das allerdings SAV (Sport Activity Vehicle). Schliesslich muss Abgrenzung zur Konkurrenz sein. Zu Beginn sahen die Marketingexperten Singles und junge Paare ohne Kinder oder allenfalls mit Kleinkindern als Zielgruppe. Wenn der Nachwuchs dann heranwächst, hofften die Bayern, dass der geräumigere X3 zum Zuge kommen würde.

Die Grössenverhältnisse haben sich jedoch mit der zweiten Generation des X1 um einiges verschoben. Er gehört jetzt zu den Kompakt-SAV für Familien, deren Kinder den Windeln entwachsen sind. Die Marketingverantwortlichen umschreiben das mit: «Der X1 ist erwachsen geworden.»

Geschickte Lösungen im Innenraum

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Das liegt jedoch weniger an den Aus­senabmessungen, sondern vielmehr an einer ausgeklügelten Innenraumgestaltung. Sie bietet mehr Platz für die In­sassen als im Vorgängermodell, zum Beispiel grössere Beinfreiheit. Sie wurde um 37 Millimeter erhöht, doch wird ­dieser Platz nochmals grösser, wenn sich der Kunde für die optionale, in der Längsachse um 13 Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank entscheidet. Ausserdem sitzen die Insassen höher, um 35 vorne, um 64 Millimeter hinten, was ihnen eine bessere Rundumsicht gewährt. Der Stauraum umfasst beachtliche 505 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sogar 1550 Liter.

Mit Raum allein lassen sich Auto­fahrer heute jedoch nicht zufrieden­stellen. Zur Serienausstattung gehören verschiedene Sicherheitselemente, beispielsweise Fahrstabilitätssysteme sowie modernste Bremssysteme, ganz nach der BMW-Strategie.

BMW setzt auf den Dreizylinder

Im Bereich der Motoren haben die Bayern für den X1 drei Benzin- und drei Dieselaggregate im Angebot, alles Neuentwicklungen. Eine Vergrösserung des Hubraums oder gar ein PS-Zuwachs standen dabei nicht zur Debatte, denn hier kommt die Effizienz ins Spiel. Im Programm steht sogar ein Dreizy­linder-1,5-Liter-Benziner mit 136 PS Leistung (18i). Ein 2-Liter-Vierzylinder (20i) mit 190 PS und der 25i mit 231 PS runden das Benziner-Programm ab.

Die 2-Liter-Dieselaggregate sind ebenfalls in drei Leistungsstufen erhältlich (18d, 150 PS; 20d, 170 PS; 25d, 231 PS). Benziner wie Selbstzünder wurden mit Twin-Turbos ausgerüstet, um trotz kleinen Hubräumen auf ansprechende Leistungen in Kombination mit guten Verbrauchswerten zu kommen. Die aktuellen Modelle der zweiten X1-Generation als Schwächlinge zu bezeichnen, ist also weit daneben geschossen.

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BMW bietet diese sowohl mit Allradantrieb (xDrive) als auch mit Front­antrieb an (sDrive). Erstmals fliesst die Motorkraft bei drei Modellen der X-Reihe auf die Fronträder (18i/18d/20d; der 20d ist zudem als 4×4 lieferbar). Bekannt ist der Frontantrieb bereits aus dem 2er Gran Tourer. Sein Einsatzgebiet wird vermutlich ausgeweitet, denn für die ab 2021 vorgeschriebenen CO2-Werte ist er – vor allem mit dem Dreizylinder-Motor – die effizienteste Version. Die Grenzwerte für das Kohlenstoffdioxid bewegen sich für den X1 gegenwärtig je nach Motorvariante zwischen 119 und 152 Gramm pro Kilometer. Es ist also noch ein ziemlicher Weg bis zum Ziel im Jahr 2021, wenn der Grenzstrich bei 95 Gramm pro Kilometer gezogen wird.

Einstieg bei 
37 000 Franken

Verbrauch: Die Verbrauchswerte der zweiten X1-Genera­tion bewegen sich nach Werksangaben zwischen knapp 
4 und 6 Liter pro 100 Kilometer, gemessen nach EU-Zyklus. Aber es können je nach Fahrverhalten relativ grosse Unterschiede auftreten.

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Preise: Diese starten für den Dreizylinder-Benziner 18i bei 36 900 Franken ­(Diesel 18d 39 700 Franken). Am oberen Ende kostet der 25i in der Basisversion 49 900 Franken, der 25d 49 100 Franken. Sind Sonderwünsche angesagt, kommen leicht nochmals 20 000 Franken oder gar mehr hinzu.