Der Anteil der 4×4-Fahrzeuge am Neuwagenmarkt lag in der Schweiz im letzten Jahr bei im Vergleich zur restlichen Welt hohen 38 Prozent. Seit 2010 ­bedeutet das ein Plus von gut einem Drittel. Fast jede auf dem hiesigen Markt vertretene Marke setzt denn auch auf die Formel 4×4. Für den Allradantrieb sprechen gute Traktion auf Schnee sowie Spurtreue – also Sicherheit – im täglichen Verkehr.

Auf der anderen Seite der Medaille stehen im Vergleich zum Zweiradantrieb teurere Anschaffungskosten und ein höheres Fahrzeuggewicht. Wenn der Allradantrieb nur durch einen Verbrennungsmotor betrieben wird, bedeutet das zusätzliche Gewicht deutlich mehr Benzin- oder  Dieselverbrauch, was sich negativ auf die CO₂-Emissionen auswirkt. Experten rechnen damit, dass bis in fünf Jahren 4×4-Fahrzeuge die dann nochmals verschärften Emissionsvorschriften nicht mehr einhalten können, es sei denn, die Hersteller behelfen sich mit Hybridmotoren.

Vor diesem Hintergrund hat Peugeot sein Sport Utility Vehicle (SUV) 3008, seine Limousine 508 und den Kombi 508 RXH mit Hybridaggregaten (Hybrid4) ausgestattet. Die elek­trische Energie treibt die Hinter-, der 2-Liter-Dieselmotor die Vorderräder an. Wenn beide Motoren gleichzeitig in Betrieb sind, resultiert daraus ein willkommener Allradantrieb.

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Allrad ist um Mehrfaches teurer

Peugeot setzt aber nicht allein auf dieses technisch aufwendige und damit teure System, denn es geht mit der sogenannten Grip Control auch preisgünstiger. Sie kostet als Option in den Modellen 2008/3008 lediglich 500 Franken zusätzlich. Den Mehrpreis für den Hybrid4 im Vergleich zur elektronischen Schlupfregelung genau zu beziffern, ist aufgrund der verschiedenen Rabatte und des Euro-Bonus, der für jedes Modell einzeln festgelegt wird, allerdings praktisch kaum ­möglich. Nach bisherigen Erfahrungen kostet ein Hybrid4 oder allenfalls ein Allradantrieb mit einem Verbrennungsmotor zwischen 3000 und 4000 Franken Aufpreis. Beide sind also deutlich teurer als die Schlupfregelung.

Dass die Grip Control durchaus eine Alternative zum 4×4 ist, demonstrierte Peugeot auf Schneepisten im Berner Oberland. Verglichen wurde ein 508 RXH Hybrid4 mit Modellen der Reihe 2008/3008, ausgerüstet mit der Grip Control. Zwar meisterte der Hybrid4 besonders steile Abschnitte besser als die Fahrzeuge mit der Schlupfregelung, doch deren Fähigkeit, den Wagen ebenfalls sicher voranzubringen, erstaunte unter anderem anwesende TCS-Instruktoren.

Erfolgreich Kurven

Ein ähnliches Bild zeigte sich auf dem Slalomkurs im Schnee. Die Fahrzeuge, egal mit welchem Antriebssystem, verhielten sich in Grenzbereichen weitgehend gutmütig. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit sind selbst hochentwickelte Antriebssys­teme allerdings überfordert, das sollte nicht vergessen werden.

Mit Blick auf die nächste Stufe der Emissionsverschärfung (ab 2021 95 Gramm/Kilometer CO₂), spielt der Hybridantrieb seine Vorteile ganz deutlich aus. Verbrennungsmotoren allein vermögen diesen Wert ab einem bestimmten Fahrzeuggewicht nicht mehr zu erreichen.

Sparsamer Hybrid jedoch schlechte Reichweite

Die Verbrauchswerte der Peugeot- Hybrid4-Modelle erreichen gemäss Werksangaben – gemessen nach EU-Zyklus – im Durchschnitt zwischen 3,3 und 3,7 Liter/100 Kilometer, die wichtige und alles entscheidende CO₂-Emission wird mit zwischen 85 und 95 Gramm/Kilometer angegeben. Sie liegen also teilweise bereits heute unter der in fünf Jahren geforderten Norm.

Wünschenswert wäre hingegen eine Verbesserung der Reichweite mit reinem Elektroantrieb. Mit dem ­Hybrid4 lassen sich heute lediglich 4 Kilometer fahren. Einige Konkurrenten fahren elektrisch zwischen 30 und 50 Kilometer weit. Damit lassen sich die meisten Städte in der Schweiz mit Strom durchqueren. Die Peugeot-­Hybridmodelle sind ab 35 210 Franken (alle Rabatte inklusive) lieferbar.