Die verschiedenen Schichten bearbeitet sie mit der Pinselrückseite, mit Spachteln, Stiften und anderen Werkzeugen. Die Bildflächen füllt sie bewusst nicht ganz aus. Seit 2004 malt Siegmann mehrheitlich in Serien. Die Vielfalt und technische Experimentierfreude fällt vor allem in der Serie «Rush West» auf, in der die Künstlerin die verschiedensten Maltechniken anwendet. So wie die Techniken variieren auch die Farben und verraten die jeweiligen Lichtverhältnisse ihres ­Arbeitsortes. Siegmann beschreibt ihren Arbeitsprozess als langsam. Ihre Bilder sind ­abgebildete Stimmungsmomente.

Malen ist für sie ein langsamer Prozess und eine Frage der Stimmung, der Farben, des Pinselschwungs, der Laune. Intuition und ­Spontaneität spielen bei Sofie Siegmann eine wichtige Rolle. Die Bildsprache ist ­abstrakt: Verschiedenartige Linien, ­Flächen und Farben greifen ineinander und bestimmen die sehr dynamischen, spon­tanen Kompositionen. Da bleibt viel Raum für den Betrachter, eigene Geschichten zu entdecken. Ein stets präsentes Thema ist die Bewegung, die einerseits durch die Technik, vor allem aber auch durch die ­bewegte Bildkomposition erzeugt wird. Die Farbflächen, Striche und verschiedenen Aufträge scheinen auf der Bildober­fläche förmlich zu tanzen. Die Preise für ­Siegmanns Werke in der Galerie Bohrer, wo sie zusammen mit Claire Guanella und ­Rebecca Maeder ausstellt, reichen von 1500 bis 6000 Franken. (ba)

Sofie Siegmann in der Galerie Elfi Bohrer, ­Bonstetten; 5.5. bis 3.6.2012.