Mit zarten Pinselstrichen setzt er sie in den weiten weissen Raum. Dieser wird in der Vorstellung zum Gebirge, zum Strand, zum Platz oder zur Strasse. Es sind Orte, in denen sich Natur und Zivilisation begegnen und Menschen sich versammeln. Die weisse Leinwand wird zur Bühne, auf der die Figuren ihre Bahnen ziehen. In seinen neuen, nach einer Vietnam-Reise entstandenen Bildern beschreibt Gian­luca Di Pasquale Atmosphären, die für ­jenes Indochina typisch sind, das er sich immer vorstellte. In den Bildern werden diese Vorstellungen von neuen Erinnerungen überlagert. Die Landschaften ­erscheinen wie durch einen Schleier und erinnern an Traumbilder. Sie basieren auf Fotografien, die der in Mailand lebende Künstler als Notizen benutzt. Doch will er nicht die Wirklichkeit beschreiben, ­sondern er schafft Landschaften, die ­jenen gleichen, die in seiner Vorstellung bereits existierten. Den Sommer über zeigt er seine Werke in der Galleria Monica De Cardenas in Zuoz.

Parallel dazu sind im Projekt Room der Galerie Aquarelle von Michel Grillet zu sehen. Seit 30 Jahren schafft der Künstler kleinmeisterliche Aquarelle und Tuschezeichnungen. Er malt Himmel und Berge, Wasser und Sterne und setzt sie in einen Dialog zueinander. Bergketten von schwebender Leichtigkeit überlagern sich vor einem unbestimmten Horizont und sugge­rieren eine endlose, lichte Landschaft. (ba)

Gianluca Di Pasquale in der Galerie Monica ­ De Cardenas, Zuoz. 21. Juli bis 1. September 2012.