Der aus Paris stammende Daireaux fotografiert in einer real-fiktiven Weise. Seine Bilder nimmt er einerseits durch verschiedene Wasserelemente wie Dampf, Wolkenbrüche oder das Meer auf. Aber auch durch die Windschutzscheibe oder einen Rückspiegel. Dadurch entstehen ganz neue Realitäten. Daireaux möchte die Motive in der Bewegung einfangen, darum ist er mit dem Auto, dem Zug oder dem Boot unterwegs. Die Transportmittel sind sein Atelier, die Landschaft seine Bühne. Seine Fotografien überträgt er auf Plexiglas, um anschliessend die Kontraste und Farben zu regulieren und den Schwerpunkt wahlweise auf den Vorder- oder den Hintergrund zu setzen. Er bestimmt, welchen Ausschnitt er hervorheben will und was er im Verborgenen lässt. Der Betrachter wird so selber zum Autor der Geschichte.

Till Augustin, 1951 am Starnberger See geboren, wollte Glas stets behandeln wie ein Steinbildhauer. Deshalb fräst er u. a. mit Pressluftbohrern und viel Wasser Rillen, Kanten, Löcher und Ecken in makellose Glasquader, färbt die Oberfläche ein oder patiniert sie so raffiniert, dass man auch auf den zweiten Blick meint, Metall vor sich zu haben. Jeder Glasblock ist massiv und kann auch schon mal ein Gewicht von über 1 Tonne erreichen. Das Verfahren, das er anwendet, ähnelt der Herstellung von Verbundglas: Glasscheiben werden mit Kunststoff verklebt und dann wie ein Steinblock skulptural bearbeitet. Die Bearbeitung der Oberfläche mit einrostendem Eisenstaub erweckt den Eindruck massiver Eisenskulpturen, gäbe es da nicht, je nach Lichteinfall, ein geheimnisvolles Schimmern, unerwartete Einblicke wie in tiefgrünes Wasser, eine irritierende Gleichzeitigkeit unterschiedlich ­dimensionierter Welten von innen und aussen.