Rückblick: Während meine Kollegen gegen Ende der siebziger Jahre Dire Straits hörten und zu Bob Marley kifften, liess ich mich von Frank Zappa inspirieren. Kein Wunder also, dass es bei meiner automobilen Vergangenheit ähnlich schräg aussieht. Zwar habe ich all meine Golf GTIs geschätzt, aber geliebt habe ich meine Amerikaner: Jeep Renegade, Ford Bronco, Jeep Cherokee, Chevrolet Blazer, Chevrolet Camaro und später den neuen Ford Mustang. Und meine Briten: Rover 3500, Triumph Stag, Jaguar XJ-S und Jaguar XJ-R.

Und nun hat Ford ein Auto enthüllt, das ich schon als Kind besessen habe (als Dinky Toy) und von dem ich noch heute besessen bin – den Ford GT. Pünktlich zum 50. Jahrestag des Sensationssieges beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans will Ford 2016 den neuen Renner an den Start bringen.

Die Neuauflage ist so flach wie die originale Ikone, glänzt mit einer unwiderstehlichen Ausstrahlung, die Brutalität und Eleganz vereint – und wird zum Showstopper, wenn sich die nach oben schwingenden Türen öffnen. Der 3,5-Liter-6-Zylinder wird durch einen roten Knopf gestartet, röhrt durch zwei armdicke Endrohre am flachen Heck, leistet mehr als 600 PS und soll in weniger als drei Sekunden auf Tempo 100 spurten.

«Ein Traum auf vier Rädern», sage ich zu meinem ­Kollegen, während ich die Musik von Royal Blood leiser stelle. «Mein Gott, das Auto ist so peinlich», antwortet der. Und fragt: «Gefällt dir die neue Scheibe von Coldplay? Wahnsinnig rockig.»

Ausblick: Ich fahre im Ford GT Runden. Um den See, durch die Stadt und zurück. Und Frank Zappa singt: «Oh God I am the American dream, I do not think I’m too extreme, and I’m a handsome son of a bitch, I’m gonna get a good job ’n’ be real rich.» Wenn nicht, brauche ich halt ein Leasing.

Motor: 3,5 Liter Eco Boost V 6 mit über 600 PS Leistung, Spurt: von 0 auf 100 Stundenkilometer in weniger als 3 Sekunden, Preis: noch unbestimmt; der Vorgänger (2005/06) kostete 150'000 Dollar.