Seit September steht das Zürcher Fünf­sternehotel Atlantis by Giardino zum Verkauf. 160 Millionen Franken wollte der Besitzer, die Königsfamilie von Katar, dafür. Jetzt ist eine Vorentscheidung gefallen: Die Maklerfirma CBRE, die mit dem Verkauf des «Atlantis» betraut ist, hat alle anderen Be­werber aussortiert und ist nun in den Endverhandlungen mit dem indischen Hotelunternehmer Kabir Mulchan­dani (47).

Er hat mit seiner extra dafür gegründeten 5 Atlantis AG – sie ist domiziliert beim Anwaltsbüro Lenz & Staehelin in Zürich – das höchste Gebot abgegeben. Mit rund 90 Millionen Franken liegt es allerdings weit unter den Preisvorstellungen der Erben von Scheich Khalifa bin Hamad al-Thani, der das Haus 2012 gekauft und nach seinen Wünschen renoviert hatte. Total 240 Millionen Franken soll er dafür investiert ­haben.

Clubs und Bars statt Suite

Mulchandani plant, so ist zu hören, die 2000 Quadratmeter grosse Suite der Herrscherfamilie im Obergeschoss des Hotels in verschiedene Clubs und Bars umzubauen.

Mit seinem Gebot stach er Asmallworld-Unternehmer Patrick Liotard-Vogt aus. Der hatte ursprünglich 100 Millionen Franken ­geboten. Nach der Due Diligence soll er das Gebot auf 75 Millionen reduziert haben.

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In der Corona-Krise hat die Betreiberin, die Giardino Group, das Hotel sowie das ­Restaurant Ecco – mit zwei «Michelin»-Sternen ein kulinarisches Aushängeschild Zürichs – auf Dauer geschlossen und allen 140 Mit­arbeitern gekündigt. Starkoch Stefan Heilemann heuerte mit seiner Crew daraufhin bei der Konkurrenz an, dem Hotel Widder.

Wegen Betrugsverdachts verhaftet

Mulchandani betreibt mit dem «Five Palm Jumeirah» und dem «Five Jumeirah Village» bereits zwei Luxusresorts in Dubai. 2009 wurde er dort wegen Betrugsverdachts verhaftet. Er kam gegen eine Kaution von 100 Mil­lionen Franken – der vermuteten Schadenssumme – auf freien Fuss, später wurde er vor Gericht freigesprochen.

Sein Vermögen, die letzte Schätzung von 2015 lautet auf 905 Mil­lionen Dollar, machte er mit dem elterlichen Elektronik-Import, der später pleiteging.

Weder die Giardino Group noch CBRE wollen den Verhandlungsstand kommentieren.