Bei der Nachfolge von Lloyd Blankfein als Chef von Goldman Sachs könnte eine Vorentscheidung gefallen sein: David Solomon sei künftig alleine für das Tagesgeschäft der US-Investmentbank verantwortlich, verkündete Goldman Sachs am Montag.

Bisher hatte er das Amt gemeinsam mit Harvey Schwartz bekleidet. Schwartz habe nun entschieden, am 20. April aufzuhören, teilte die Bank mit. Derzeit sind Schwartz und Solomon noch gemeinsam die Nummer zwei bei Goldman Sachs.

Solomon und Schwarz als mögliche Nachfolger

Ende vergangener Woche hatte das «Wall Street Journal» berichtet, Blankfein wolle vielleicht schon zum Jahresende aufhören – und dabei ausdrücklich Solomon und Schwarz als Kronprinzen genannt. Doch Schwarz ist nun aus dem Rennen.

Ob Blankfein tatsächlich bald abtritt, ist unklar: Zum Medienbericht über seinen Abgang schrieb Blankfein auf Twitter: «Das ist die Ankündigung des WSJ und nicht meine.» Der 63-jährige Blankfein steht seit zwölf Jahren an der Spitze von Goldman Sachs und gehört damit zu den dienstältesten Konzernchefs in den Vereinigten Staaten.

Lloyd Blankfein

Hört Goldmann-Sachs-Boss Blankfein Ende des Jahres auf?

Quelle: Keystone
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Kronprinz tritt auch als DJ auf

Sein Kronprinz David Solomon ist kein gewöhnlicher Banker. Privat tritt der 55-Jährige regelmässig als «DJ D-Sol»  auf, wie die «New York Times» kürzlich berichtete. Bilder und Videos eines inzwischen gelöschten Instagram-Accounts zeigen Solomon beim Auflegen von elektronischer Musik in New York, Miami und auf den Bahamas zeigen.

Gegenüber der Zeitung sagte eine Goldman-Sprecher: «David war immer davon überzeugt, dass ein breites Spektrum an Interessen zu einem ausgeglichenen Leben führt und eine bessere Karriere ermöglicht.» Das predige er regelmässig jüngeren Mitarbeitern in der Firma und versuche, mit gutem Beispiel voranzugehen.

David Solomon

Musikalische Seite: David Solomon als DJ D-Sol.

Quelle: Instagram

«Ich liebe Musik», sagte Solomon in einer bankinternen Podcast-Serie auf eine Frage nach seinen DJ-Aktivitäten, und er erinnerte sich, wie er als Student mehr als 1000 Vinylalben hatte, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt.

Vor fünf bis sieben Jahren habe er dann angefangen, sich stärker für elektronische Musik zu interessieren. «Ich habe gesagt: Weisst du, ich mag einiges von dieser Musik. Und ich habe begonnen, damit herumzuspielen, über diese DJs zu lesen, die diese unglaublichen Plattformen hatten, und ich habe gesagt: Weißt du was? Das sieht interessant aus. Und ich bin da als eine Art Hobby hineingestolpert.»

Zu Goldman Sachs kam er 1999

Solomon ist studierter Politikwissenschaftler und startete als 20-Jähriger in der Finanzindustrie bei der New Yorker Bank Irving Trust. Zu Goldman Sachs kam er 1999 – und das gleich als Partner.

2006 übernahm er die Führung und hatte sie bis zum vergangenen Jahr inne. Zum gegenwärtigen Posten kam er dank dem Weggang des vormaligen Chief Operating Officers Gary Cohn. Der verliess die Bank, um Wirtschaftsberater für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu werden.

(bsh, mit Material der SDA)

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