Im Golf gilt: Je tiefer das Handicap, umso besser spielt Mann oder Frau in aller Regel. Anderseits gilt auch: Je höher das Handicap, desto ein­facher und schneller geht es runter.

Bernhard Heusler und Lukas Gähwiler starteten beide mit dem höchsten Handicap von 54 in die vergangene Saison, trotzdem sind ihre schnellen Fortschritte höchst bemerkenswert. Der langjährige FC-Basel-Präsident Heusler verbesserte sich um fast 30 Schläge, der Banker Gähwiler um beinahe 20. Zum Vergleich: Im Vorjahr reichte schon eine Handicap-Verbesserung von fünf Schlägen, um zu den grössten Aufsteigern zu gehören.

Ein Sport, der süchtig macht

Heusler möchte den persönlichen Fortschritt auf dem Golfplatz trotz allem relativieren: «Wenn man mit einem so hohen Handicap startet, kann es mit einigen ­guten Turnieren wirklich schnell gehen.» Allerdings habe er gemerkt, wie «man vom Golfen süchtig werden kann». Zuerst habe er es jahrelang hinausgeschoben, mit dem Sport anzufangen. Nun sei er richtig angefressen und habe mit zwei Freunden einen eigenen Club mit drei Mitgliedern gegründet, erzählt der Partner der Beratungsagentur HWH.

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Neben der Verbindung von Geselligkeit und Wettbewerb fasziniert ihn am Golfen die Unberechenbarkeit des Spiels, der man nicht einfach mit Ehrgeiz und Einsatz, sondern auch mit einer gewissen Lockerheit begegnen muss – «müsste», wie Heusler lachend präzisiert.

UBS-Schweiz-Chairman Lukas Gähwiler hatte die Platzreife schon vor fünf Jahren absolviert, ein grosser Sprung in Sachen Handicap gelang ihm erst in der vergan­genen Saison. Im Juli schickte er eine ­Bestätigung des spanischen Golfverbandes an seinen Heimclub Schönenberg, seither gilt für ihn Handicap 36 statt 54.

Bilanz 05/2020 Golf Ranking Gottstein Thomas

CS-CEO Thomas Gottstein gehört mit einem Handicap von 0.7 zu den Top 3.

Quelle: Andreas MEIER +41793425003

Auswertung bei absoluten Handicaps konstanter

Deutlich konstanter ist naturgemäss die Auswertung nach den absolut besten Handicaps. Vereinfacht gesagt wird das Handicap vom tatsächlich gespielten Resultat «ab­gezogen».

Ganz anders ist die Situation bei den allerbesten Amateuren: Sie golfen im direkten Vergleich so gut, dass ihnen Schläge berechnet werden, die sie gar nie ausgeführt haben.

An der Spitze der Top 5 steht wie in den Vorjahren Dominik Senn, Chef des Sportvermarkters 4sports, mit einem unveränderten Handicap von plus 1.7. Lisa Baumgartner bleibt die beste Golferin auf der Liste und die einzige Frau mit einem Plus vor der Handicap-Zahl. Den dritten Rang teilen sich CS-Chef Thomas Gottstein und Mathis Aerne, Partner bei ACT Asset ­Management.

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Mit Handicap 0.7 ist Gottstein der klar beste CEO eines internationalen Gross­konzerns. Kein Wunder: Als Junior galt der heute 55-Jährige als einer der besten Golf-Amateure in Europa. Wegen einer Verletzung habe er 2019 kaum gespielt und kein einziges Turnier bestritten, damit bleibt seine Spielvorgabe auf Top-Niveau.

Sein Handicap wird heute vom Golfclub Zumikon geführt, dies nachdem er praktisch sein ganzes Golferleben in Schönenberg verbracht hatte, dort, wo sein Vater Fritz Gottstein jahrelang als Clubpräsident amtete. «Obwohl ich wenig Zeit zum Golfen habe, bin ich nun in beiden Clubs, Zumikon liegt deutlich näher bei meinem Wohnort», sagt Gottstein dazu.

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